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30 Jahre S-Bahn Nürnberg: Vom ersten Plan bis Kilometer 247

Weg vom Autoverkehr: Seit 1987 ist das Streckennetz auf vier Linien gewachsen - 20.12.2017 10:02 Uhr

Vor 1987 standen den Pendlern nur Regionalzüge – sie halten seltener als S-Bahnen – zur Verfügung. Eine Schnellbahn für den Raum Nürnberg ist „unbedingt erforderlich“, betonen die Planer schon Anfang der 1970er Jahre in einem Konzeptpapier. Die S-Bahn soll helfen, die problematische Verkehrssituation in den Griff zu bekommen, denn auf den Straßen staut es sich. Der Großraum Nürnberg ist damals der siebtgrößte in der Bundesrepublik Deutschland.

Von der Eröffnung der Linie1 im Jahr 1987 bis heute: Das S-Bahn-Netz Nürnberg ist inzwischen (Stand: Dezember 2017) 247 Streckenkilometer lang.. © NN/NZ


1975 stellt die Bundesbahndirektion Nürnberg konkrete Pläne für das Nürnberger S-Bahn-Netz vor: Es soll um die 90 Kilometer lang sein und die S-Bahn teilweise auf eigenen Gleisen fahren. So ist sie unabhängig vom Fern- und Güterverkehr. Im Zentrum des Netzes liegt der Nürnberger Hauptbahnhof. Vier Arme erstrecken sich von dort in verschiedene Richtungen – nach Erlangen, nach Lauf, nach Feucht und Richtung Schwabach. Auf bestehenden Bahnstrecken, etwa der Verbindung von Nürnberg Hauptbahnhof nach Lauf (links der Pegnitz), werden neue Haltepunkte gebaut. So ist es möglich, neue Gebiete an den Nahverkehr anzubinden und eine Alternative zum Auto anzubieten.

Ein Hindernis gilt es allerdings aus dem Weg zu räumen: Würden die alten Züge auf der Strecke eingesetzt, würde sich die Fahrzeit durch die Zunahme der Haltestellen stark erhöhen. Die einzige Möglichkeit ist, moderne S-Bahn-Züge einzusetzen. Sie können schnell beschleunigen, und das spart Zeit. Der Plan für die S-Bahn steht – doch wer soll die Kosten für den Bau tragen?

Zwischen Bund, Land und Stadt beginnen schwierige Verhandlungen. Nürnberg soll 20 Prozent des Finanzierungsanteils des Freistaats für den ersten Bauabschnitt stemmen. Für die erste Baustufe werden zunächst insgesamt 775 Millionen Mark veranschlagt. Doch man wird sich einig. Am 2. November 1981 unterzeichnen im Nürnberger Rathaus der Freistaat Bayern, die Deutsche Bundesbahn sowie die Stadt Nürnberg einen Vertrag über den Bau und die Finanzierung einer ersten Baustufe der S-Bahn Nürnberg. Der erste Spatenstich für die Linie S 1 Nürnberg–Lauf erfolgt am 1. Oktober 1983. Vier Jahre benötigen die Arbeiter, um die 17 Kilometer lange Strecke für den S-Bahn-Verkehr vorzubereiten. So wird nicht nur das zweite Gleis wiederhergestellt, das während des Zweiten Weltkrieges zurückgebaut wurde, sondern die Strecke auch elektrifiziert und es werden neue Stationen gebaut.

Dass Nürnberg–Lauf als erste S-Bahn-Strecke gewählt wurde, ist kein Zufall: Auf der linken Seite der Pegnitz liegen zahlreiche Orte, die an das Netz angebunden werden konnten. Und: Die Planer des Streckenausbaus mussten hier auf keine anderen Bauprojekte achtgeben. Am 26. September 1987 um 9.25 Uhr fährt offiziell die erste S-Bahn von Nürnberg nach Lauf.  Wie ist das Nürnberger S-Bahn-Netz seitdem auf inzwischen 247 Kilometer Strecke gewachsen? Jede Menge Informationen und historische Aufnahmen finden Sie hier in unserer Bildstrecke.

Bilderstrecke zum Thema

Seit 1987 unterwegs: 30 Jahre Nürnberger S-Bahn

Jeden Morgen nutzen tausende Pendler die Nürnberger S-Bahn. Vor mehr als 30 Jahren standen ihnen nur Regionalzüge – sie halten seltener als S-Bahnen – zur Verfügung. Als 1987 die erste Nürnberger S-Bahn-Linie in Betrieb ging, war das eine kleine Sensation, denn sie galt als Jahrhundertprojekt. Jahrelang war an den Plänen einer Schnellbahn für den Großraum Nürnberg gefeilt worden. Ein Rückblick.


  

Christiane Krodel Nürnberg Region und Bayern E-Mail

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