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Angriff auf Fanbusse: "Soko Steigerwald" ermittelt

Polizei sucht Autobahn-Raststätte ab - Innenminister fordert lebenslanges Stadionverbot - 04.02.2013 19:31 Uhr

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Nürnberger Anhänger greifen Fürther Fanbusse an Polizisten suchen die Raststätte Steigerwald ab Nürnberger Anhänger greifen Fürther Fanbusse an
Nächtlicher Angriff auf Fürther Fanbusse

Am 2. Februar wurden an der Raststätte Steigerwald-Süd vier Fanbusse der SpVgg Greuther Fürth überfallen. Die Busse wurden offenbar mit Flaschen und Steinen beworfen, mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Zwei Tage später suchten 30 Beamte der Bereitschaftspolizei Würzburg sowie die Sonderermittler die Raststätte nach weiteren Spuren ab.


Eigentlich wollten sie nach dem ersten Sieg nach einem halben Jahr nur von Gelsenkirchen nach Hause. Doch an der Raststätte Steigerwald-Süd wurden vier Fanbusse der SpVgg Greuther Fürth von über 50 vermummten Personen mit Schlagwerkzeugen angegriffen . Laut Polizeisprecher Jens Malter handelte es sich bei den Angreifern allem Anschein nach um Anhänger des 1. FC Nürnberg. Die Polizei wollte dies am Montag mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen noch nicht umfänglich bestätigen. 

Die Polizei berichtet von zahlreichen Notrufen von Fürther Fußballfans, die um 23.45 Uhr bei der Einsatzzentrale eingingen, woraufhin Großeinsatz ausgelöst wurde. Nachdem einige Kleeblatt-Anhänger ihre Busse verlassen hatten, rannten plötzlich über 50 vermummte Personen mit Leitpfosten, Ästen und brennenden Bengalo-Feuern auf sie zu.

Vier Reisebusse mit rund 200 Fans der SpVgg Greuther Fürth wurden auf der Raststätte Steigerwald-Süd mit Flaschen und Steinen angegriffen.

Vier Reisebusse mit rund 200 Fans der SpVgg Greuther Fürth wurden auf der Raststätte Steigerwald-Süd mit Flaschen und Steinen angegriffen. © News5 / Herse


Die Fürther Fans konnten sich jedoch noch rechtzeitig in ihre vier Reisebusse zurückziehen. Daraufhin beschädigten die Angreifer die Fanbusse mit Ästen, Flaschen und Steinen. Hierbei gingen mehrere Scheiben zu Bruch. Es entstand ein Sachschaden von 30.000 bis 40.000 Euro.Insgesamt waren ungefähr 150 Einsatzkräfte, darunter auch Beamte mit Diensthunden und ein Polizeihubschrauber sowie 30 Rettungswagen vor Ort.

Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen wurde eine Person festgenommen. Der 29-Jährige aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hatte sich in einem nahegelegenen Waldstück versteckt. Der Mann wurde inzwischen wieder entlassen.

Außerdem wurden Ausweise von zwei Männern aus Mittelfranken sichergestellt. Nach bisherigem Ermittlungsstand der Polizei wurde niemand verletzt. Zeugen wollen aber gesehen haben, dass mindestens eine Person eine Platzwunde davontrug, eine andere soll an der Hand verletzt sein. Es wird wegen schwerem Landfriedensbruchs ermittelt.

Spurensuche am Rastplatz

Mittlerweile hat die Kriminalpolizei Erlangen die Ermittlungskommission “Steigerwald“ mit rund einem Dutzend Beamten gegründet und sucht Zeugen. Ermittelt wird wegen des dringenden Tatverdachts des schweren Landfriedensbruchs. "Aus welchem Lager die Angreifer kamen, ob sie auf Schalke waren oder die Fürther an der Raststätte abgepasst haben: Das sind die Fragen, denen die Ermittlungskommission jetzt nachgeht", so Polizeisprecher Peter Schnellinger.

Am Montag waren Einsatzkräfte im Bereich des Rasthofs unterwegs um nach Spuren zu suchen, beispielsweise nach Steinen und Ästen, die beim Angriff verwendet wurden.

Wer in der Nacht vom Samstag auf Sonntag in der Zeit zwischen 20 und 1:00 Uhr im Bereich der Rastanlagen Steigerwald Süd und Steigerwald Nord verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit Fußballanhängern gemacht hat, wird gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken unter der Rufnummer 0911 2112-3333 in Verbindung zu setzen.

Die SpVgg Greuther Fürth hat indes an ihre Fans apelliert, besonnen zu bleiben.Der 1. FCN distanzierte sich in einer Stellungnahme von diesem "feigen Übergriff".

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bezeichnete den Angriff auf die Fürther Fans als „nicht tolerierbaren Gewaltausbruch. Diese gewalttätigen Chaoten haben beim Fußball nichts verloren“, betonte er.  Fußballvereine müssten weiterhin hart gegen gewaltbereite Anhänger durchgreifen. „Sobald die Gewalttäter ermittelt sind, erwarte ich auch vom betreffenden Fußballverein harte Konsequenzen bis hin zu lebenslangen Stadionverboten“, sagte er.

Herrmann plane das Thema Gewalt außerhalb der Stadien auf dem sogenannten bayerischen Fußballgipfel anzusprechen. Bei dem geplanten Treffen sollen Vertreter von Fans und Polizei mit sieben bayerischen Vereinen der ersten und zweiten Liga die Umsetzung des DFL-Sicherheitskonzepts in Bayern besprechen. 

Dieser Artikel ist erstmalig am Sonntag erschienen und wurde seitdem mehrmals aktualisiert. 

sh/acb

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