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27-jähriger Syrer zündet Sprengsatz in Ansbach

Polizei bestätigt: Ein Toter, mindestens zwölf Verletzte - 25.07.2016 08:14 Uhr

Spezialeinsatzkräfte der Polizei in Ansbach. © ToMa-Fotografie


+++ Den aktuellen Stand der Ermittlungen haben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und die Ermittler bei einer PK geschildert +++

Die Explosion in der Ansbacher Innenstadt war keine Gasexplosion, sondern wurde durch einen Sprengkörper herbeigeführt. Dies sagte Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel vor Journalisten. Ob es sich um einen Anschlag handelte, ist noch nicht bekannt. Das bayerische Innenministerium hält einen Bombenanschlag für möglich. Es verdichteten sich die Hinweise, dass es sich um eine "vorsätzlich herbeigeführte Explosion" handelt, sagte ein Ministeriumssprecher in der Nacht zu Montag der dpa.

Die Explosion ereignete sich um kurz nach 22 Uhr vor einer Weinstube in der Pfarrstraße. Es sei nicht auszuschließen, dass es mehrere Explosionen gegeben habe, so Seidel. Der Durchgang ist an der Stelle nur rund zwei Meter breit und um diese Uhrzeit oft sehr belebt.

Wenige Schritte weiter befindet sich eine Kneipe, vor der auch abends noch viele Gäste im Freien sitzen. Es grenzt an ein Wunder, dass hier nicht mehr Menschen zu Schaden gekommen sind.

Der Sprengsatz detonierte direkt vor dem Haupteinlass in die Reitbahn. Dort fanden die Ansbach Open statt, ein dreitägiges Musikfestival, das viele Besucher anzieht. Am Sonntagabend sollten die deutschen Pop-Sänger Joris, Philipp Dittberner und Gregor Meyle auftreten. Das Konzert, das dort gerade lief, wurde abgebrochen. Rund 2500 Besucher verließen den Veranstaltungsort. "Ohne Panik, ruhig und geordnet", wie die Behörden mitteilten. Ein Hotel und umliegende Wohnhäuser wurden sicherheitshalber evakuiert.

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Ein 27-jähriger Syrer hat sich am Sonntagabend in Ansbach in die Luft gesprengt. In der Pfarrstraße nahe des Festivals "Ansbach Open" starb der Attentäter, 15 Menschen wurden verletzt.


Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei dem einzigen Toten um den Tatverdächtigen. Mindestens zehn Personen erlitten teils schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen. Die Polizei hatte zunächst von einer "Gaststättenexplosion" gesprochen. Der Mann, der einen Rucksack getragen haben soll, hatte offenbar versucht, auf das Festivalgelände vorzudringen. Die Sicherheitskräfte durchsuchten an der Verengung vor der Weinstube allerdings die Taschen aller Besucher. Daher drehte der Verdächtige ab und lief zu der Weinstube. Er soll viel telefoniert haben.

Polizei- und Rettungskräfte befanden sich im Großeinsatz, die Ermittlungen liefen die ganze Nacht auf Hochtouren. Auch vier Rettungshelikopter wurden nach Ansbach beordert, wurden aber nicht gebraucht. Die Innenstadt war großflächig abgesperrt, in den umliegenden Straßenzügen wurde es um kurz nach Mitternacht still. Sirenen hörte man da nur noch vereinzelt. Zwei Polizeihubschrauber kreisten in der Nacht über der Szenerie.

Im Stadthaus richtete die Polizei eilig ihre Einsatzzentrale ein. Ein Krisenstab wurde gebildet. Der Schlossplatz war voll mit Einsatzfahrzeugen. Mindestens ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei war im Einsatz. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reiste aus Berlin ab und flog nach Ansbach. Aus Nürnberg wurden die Freiwilligen Feuerwehren aus Katzwang und Almoshof sowie die Berufsfeuerwehrwache eins zur Unterstützung einberufen.

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