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US-Armee rüstet Kampfbrigade in Franken massiv auf

Gegner sprechen von einer "tradierten Besatzer-Mentalität" - 23.09.2016 07:25 Uhr

Die US-Armee verstärkt ihre Truppenpräsenz in der Region massiv. © Hans-Bernd Glanz


Weil das US-Militär seine Präsenz an der Nato-Ostflanke verstärken will, werden offenbar "Rotationseinheiten" aus den USA nach Ansbach verlegt. Bei der dortigen 12. Heeresflieger-Kampfbrigade soll sich die Zahl der Soldaten ab 2017 verdreifachen.

In Ansbach-Katterbach und in einem weiteren Stützpunkt in Illesheim bei Bad Windsheim ist die 12. Heeresflieger-Kampfbrigade zu Hause. Zusammengenommen sind in beiden Orten zurzeit noch 1000 Soldaten stationiert, mit 24 Apache-Kampfhubschraubern und neun Chinook-Transporthelikoptern in Ansbach sowie 25 Maschinen vom Typ Black Hawk in Illesheim.

Mit den Black Hawks waren im Frühjahr 2015 rund 450 Soldaten aus dem US-Bundesstaat Georgia nach Illesheim verlegt worden. Und zwar im Rahmen einer 2012 bei den amerikanischen Streitkräften in Europa eingeleiteten Umstrukturierung. Diese kann in einigen Monaten verstärkt die Region treffen: Geht es nach Plänen des Pentagon, wird sich die Zahl der US-Soldaten in Westmittelfranken verdreifachen — zumindest vorübergehend.

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Hintergrund ist die militärische Strategie, trotz aller Sparzwänge mit "Rotationseinheiten" weiterhin Präsenz zu zeigen: Einheiten, die ohne familiären Anhang für jeweils neun Monate aus den USA nach Europa verlegt werden, sollen die zuvor dort abgezogenen Brigaden ersetzen. "Es läuft ein Antrag für 2000 Soldaten, die im nächsten Jahr kommen sollen, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Captain Jaymon Bell, Sprecher der 12. Heeresflieger-Kampfbrigade.

Aus den USA soll dann auch eine entsprechende Anzahl an Hubschraubern nach Ansbach verlegt werden. Auftrag sei es, die Nato-Truppen zu unterstützen und mit den Verbündeten gemeinsame Manöver etwa im Baltikum oder in Bulgarien und Rumänien abzuhalten. Kritiker befürchten aber auch wieder mehr Flugübungen in Westmittelfranken.

Die Bürgerinitiative "Etz langt’s" rechnet mit "massiver Mehrbelastung durch Fluglärm und Abgase". Ansbach dürfe nicht zum Spielball von Militärinteressen werden. Die Initiative sprach von einer "tradierten Besatzer-Mentalität".

Ähnlich äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg (Die Linke). Bürger kämpften seit Jahren für ein Nachtflugverbot und ein Überflugverbot für Wohngebiete. Durch die "Rotation" von Truppen zwischen Bayern und im Aufbau befindlichen Basen etwa am Schwarzen Meer werde "Ansbach zur zentralen Drehscheibe des auf europäischem Boden ausgetragenen russisch-amerikanischen Konflikts".

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