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Donnerstag, 20.09.2018

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Dubiose Netze: Raupen und Motten haben Windsheim im Griff

Eine Schmetterlingsraupe zerstört Buchsbäume, eine andere sorgt für Verwirrung - 15.05.2018 18:30 Uhr

Der Buchsbaumzünsler zerfrisst Büsche (links) und sorgt für Ärger bei Hobbygärtnern. Das Werk der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte (rechts, bei Marktbergel) ist dagegen ungefährlich. © Fotos: Stefan Blank, Christine Berger


Wie sehr dichte Spinnennetze sehen die Gespinste der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte aus. Die kommen "heuer besonders" häufig vor, wie Richard Krämer erklärt. Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege führt das auf die warme, trockene Witterung im April zurück. "Da hat sie super Bedingungen gehabt." Meist lassen sich die Raupen dieser Art am Gewöhnlichen Spindelstrauch – auch Pfaffenhütchen genannt, daher der Name – nieder und fressen sich durch dessen Laub. "Einen Hartriegel verschmähen sie auch nicht, bevor sie gar nix kriegen", sagt Krämer.

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Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupe kurze, für den Menschen gefährliche Brennhaare besitzt. Diese verursachen heftigen Juckreiz bis hin zu Bronchitis oder Asthma. Das bayerische Gesundheitsministerium empfiehlt daher diese Vorsichtsmaßnahmen.


Bis etwa Mitte Juni ernähren sie sich von den Blättern, teilweise kommt es zum kompletten Kahlfraß, dann "verpuppen sie sich und werden zum Schmetterling", weißlich-grau und etwa zwei Zentimeter groß. Bekämpfen muss man den Befall laut Krämer nicht, am besten solle man die Sträucher einfach lassen. "Die treiben wieder aus."

In Burgbernheim, südlich der Grund- und Mittelschule, sind an den Bäumen am Feldrand zudem Apfel-Gespinstmotten zu entdecken. Doch ähnlich wie Krämer gegen die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte würde Stadtgärtner Ernst Grefig nichts unternehmen. "Ich kann schlecht was spritzen auf Streuobstwiesen", der Baum erhole sich außerdem von selbst. Mit einer Zange drückt er die Blätter eines Apfelbaumes auf die Seite und zeigt die gelblichen Raupen mit dem schwarzen Kopf in ihrem Gespinst. Befallene Bäume seien an den braunen Blättern erkennbar, ein paar Meter weiter sind allerdings keine Raupen mehr zu sehen. "Die hier haben sich schon verpuppt", bemerkt der Stadtgärtner.

Für deutlich mehr Sorgenfalten zeichnet der Buchsbaumzünsler verantwortlich. "Das ist ein großes Problem", sagt Bad Windsheims Friedhofsgärtner Martin Schlosser, "ich werde oft darauf angesprochen". Auf dem Gottesacker ist das Spritzen von Gift verboten, im privaten Garten helfen Spezialmittel gegen den "Buchszünsler" immerhin. "Ich bin absolut kein Freund von Gift, aber bei dem hilft sonst fast nichts", sagt Birgit Brych, die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins. Auch bei ihr klagen viele über den Buchsbaumzünsler, fragen nach Rat. "Es ist echt furchtbar", sagt Brych. Ganze Hecken seien zerfressen worden. Auch Martin Schlosser zeigt viele kaputte Buchsbäume auf Gräbern, die den Raupen des Kleinschmetterlings zum Opfer gefallen sind. Nur, wenn es noch sehr wenige seien, könnte man sie abklauben – ansonsten nur zusehen, wie der Buchsbaum langsam abstirbt. 

nic/sb

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