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Anspruchsdenken und Torriecher: Daniel Pankofer

Daniel Pankofer hat sich seit seiner Rückkehr zum HCE zum wichtigen Spieler entwickelt - 13.06.2011 11:45 Uhr

Immer voller Einsatz: Daniel Pankofer spielte in allen 34 Partien. © Sippel


Bei der großen Herausforderung, der eingleisigen 2. Handballbundesliga, wird Daniel Pankofer (30) auch in der kommenden Saison zu den wichtigen Spielern des HC Erlangen zählen. Nach sechs Jahren Pause kehrte er letzten Sommer wieder nach Erlangen zurück.

Ursprünglich war er Kreisläufer, spielte in der Jugend des damaligen Regionalligisten TV 1877 Lauf, und schaffte den Sprung in die Bayernauswahl. Landestrainer Sigi Pabst lotste ihn zur CSG Erlangen. Der damalige Trainer Juri Klimov, ein ehemaliger russischer Weltklassehandballer, fand ihn am Kreis nicht stämmig genug und schulte ihn für Rückraum Mitte und Linksaußen um. Es waren schwierige Zeiten für den ehrgeizigen Jungsporn, da die Erlanger ständig mit dem Abstieg zu tun hatten.

Viel herum gekommen

Bis 2004 spielte hier, wollte aber nicht nur kämpfen sondern sich weiter entwickeln. Ein erfolgreiches Jahr beim Regionalligisten HSC Coburg brachte ihn wieder auf den Zweitliga-Geschmack. Bei der traditionsreichen SG Leutershausen entwickelte er seine Torjägerqualitäten. Der Handballprofi brauchte aber einen neuen Arbeitgeber. Seine Reise führte ihn in die 1. dänische Liga zu Helsinge Handbold. „Ich habe Zusatztraining eingelegt, weil meine Wurfkraft mir nicht ausreichend erschien“, so Pankofer.

Das Verletzungspech von gleich drei Spielern des SV Post Schwerin brachte ihn in die 2. Bundesliga Nord, wo er nach nur fünf Wochen einen Zweijahresvertrag bis 2009 erhielt. Danach wurde sein Spielervermittler in Griechenland beim AC Diomidis Argous fündig. „Auch dort wird fünf Mal die Woche in sehr guten Sporthallen trainiert,“ stellte Daniel Pankofer fest und konnte auch zwei internationale Spiele bestreiten. Die Krönung der Saison war die Wahl zum Spieler des Jahres durch die Trainer der höchsten griechischen Spielklasse. Trotzdem kehrte er zum Abschluss seines Fernstudiums nach Deutschland zurück. Erlangen mit der Nähe zum elternlichen Geschäft kam da sehr gelegen.

Frank Bergemann hat ihm von Anfang an volles Vertrauen signalisiert und Daniel Pankofer war überzeugt mit der eingeschworenen, abwehrstarken Mannschaft die eingleisige 2. Bundesliga zu erreichen. Es stand eine schwierige Aufgabe an: der Kader war ohne Linkshänder im Rückraum. „Wir wollen für die gegnerischen Mannschaften schwerer ausrechenbar werden“, gab Bergemann als Ziel vor. Daniel Pankofer hauptsächlich in der Rückraummitte eingesetzt musste umlernen. Statt über Rückraumschützen galt es nun mit Geduld und ausgeklügelten Spielzügen zum Erfolg zu kommen. „Er ist dafür etwas spät zu uns gestoßen um die Zielvorgaben völlig zu lösen. Doch Daniel ist ein anspruchsvoller Spieler, der im Training stets daran arbeitet Fehler aus dem Spiel abzustellen“, so der Trainer. „Der HCE ist eine geschlossene Einheit, in der man sich als Spieler erst zurechtfinden muss,“ sagt Pankofer.

Sein fast ausschließlicher Einsatz im Angriff trotz der gravierenden Personalprobleme war der Schlüssel zum Erfolg, wobei Pankofer das nicht an seiner Person festmachen will. Persönlicher Höhepunkt das Auswärtsspiel in Haslach mit grandioser Fanunterstützung und Weichenstellung Richtung eingleisige 2. Liga. Auch die Rote Karte gegen Neuhausen hat er mittlerweile weggesteckt, wohl auch weil die Mannschaft eine tolle Moral und die richtige Trotzreaktion zum hauchdünnen Sieg aufs Parkett brachte.Und dann gibt es auch noch die medizinische Abteilung und Betreuung im Umfeld des HCE. Es stand das entscheidende Heimspiel gegen den EHV Aue bevor. Daniel Pankofer, der wie Georg und Hannes Münch und Mario Schmidtke alle 34 Spiele bestreiten konnte, ging in Bietigheim verletzt vom Feld. Allem Zweifel zum Trotz konnte er auflaufen. Es folgte ein grandioser vierzigminütiger Auftritt der „Bergemänner“, der Aufstieg war geschafft, das Spiel in Eisenach ohne Bedeutung. Trotzdem war Daniel Pankofer auch dort mit von der Partie.

Vertrauen gerechtfertigt

„Er ist ein ruhiger, besonnener Spieler, aber selbst in so einem Spiel bleibt sein Anspruchsdenken, fordert er von seinen Mitspielern die gleiche Konzentration,“ lobt Frank Bergemann, freut sich auf die kommende Saison und ist dankbar, dass sein Spieler das Vertrauen von Trainer und Mannschaft nicht nur wegen der 191 Tore so gut rechtfertigen konnte. 

ROBERT THALER

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