Dienstag, 18.12.2018

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ASG hat eine 50-jährige bewegte Geschichte

1965 als Ableger des Ohm-Gymnasiums entstanden — Heute „keine Großstadtrabauken“ in der Schule - 29.11.2015 16:00 Uhr

Große Feier am Albert-Schweitzer-Gymnasium, das jetzt 50 Jahre alt wurde. © Harald Sippel


Zu diesem Anlass muss daran erinnert werden, dass das ASG einmal berühmt war. Oder zumindest deutschlandweit Aufsehen erregte. Doch der Anfang war noch unspektakulär.

Entstanden ist das ASG als Ableger des Ohm-Gymnasiums, das im Jahr 1965 aus allen Nähten platzte. So begann im September 1965 der Unterricht mit zwei Klassen. Am 26. November erhielt Erlangens fünftes Gymnasium seinen heutigen Namen. Albert Schweitzer war wenige Wochen zuvor, am 4. September – zufälligerweise der Gründungstag der Erlanger Schule — gestorben. Der deutsch-französische Arzt, Theologe, Organist, Philosoph und Pazifist mit seinem Krankenhaus Lambaréné im afrikanischen Gabun war berühmt. „Mythos des 20. Jahrhunderts“ hatte der Spiegel ein paar Jahre zuvor getitelt, der Kopf Albert Schweitzers prangte auf der Titelseite des Magazins.

„Ich mag den Namen unserer Schule“, sagt Direktor Winfried Zwick. Schweitzer sei eine herausragende Figur gewesen. Zwick ist seit 2006 Schulleiter des ASG, der fünfte mittlerweile.

Schulleiter degradiert

Der erste Schulleiter hieß Heinz Koehler. Er war nur fünf Jahre im Amt. Dann wurde er vom bayerischen Kultusministerium abgesetzt, zum Gymnasiallehrer degradiert und nach Hof abgeschoben. „Koehler war als sehr fortschrittlich verschrieen“, sagt Zwick über seinen Vorgänger. Einer der Gründe sei gewesen, dass Koehler Sexualkundeunterricht einführen wollte. Nach seinem Namensgeber Albert Schweitzer schaffte es also am 28. September 1970 auch das ASG in den Spiegel und ins Fernsehen.

Denn in Erlangen gingen Eltern und Schüler auf die Barrikaden. Sie demonstrierten gegen die Strafversetzung des Schulleiters, der beim ASG einen Lehrerrat eingeführt hatte, in dem er selbst nur eine Stimme hatte und an dessen Sitzungen auch Schüler teilnehmen konnten. Konservativen Eltern wiederum war der Direktor ein Dorn im Auge.

Doch das ist Vergangenheit. „Die Anfangsjahre waren wild“, sagt Schulleiter Zwick. Heute habe das ASG eine angenehme Schülerschaft, „keine Großstadtrabauken“. Es ist, nach dem Ohm, mit derzeit 1020 Schülern das zweitgrößte Gymnasium in Erlangen. Und die Schule mit naturwissenschaftlich-technologischem beziehungsweise sprachlichem Profil steckt momentan genau mitten in den Sanierungsarbeiten. Ende 2017 sollen sie abgeschlossen sein. Die Zeitkapsel mit Grüßen der Klassen an die Zukunft wurde jetzt jedenfalls unter einer Bodenplatte im Atrium versenkt. Dieses ist zur 50-Jahr-Feier bereits renoviert. Die Zukunft kann kommen.

Das finden auch die Schüler. Sie sangen zur Feier des Tages eine ASG-„Hymne“. Angelehnt an Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ heißt es bei ihnen: „Ahnungslos waren wir/Jede Menge lernen wir/Ahnungslos – nicht mehr lang/Vor'm Abi ist uns gar nicht bang.“ 

ek

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