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Freitag, 17.08.2018

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Aus dem Betonwerk in Neunkirchen werden Wohnungen

Hemmerlein-Gelände: Platz für Einzel-, Doppel- und Mehrfamilien-Gebäude - 21.04.2018 11:30 Uhr

Beim Hemmerlein, wo früher Sand und Kies gemengt wurden, sollen mehr als 120 neue Wohneinheiten gebaut werden. Schön für Neunkirchen: Die Baudichte ist wesentlich geringer als in städtischen Plänen von Erlangen und Nürnberg erlaubt wird. © Archivfoto: Harald Hofmann


Die Neufassung kommt den Vorstellungen des Rates entgegen. So verdichtet sich die Bebauung vom Steinäckerweg mit seiner Einzelhausbebauung Richtung Gräfenberger Straße immer mehr. Im südlichen Bereich sind Einzel- und Doppelhäuser geplant. Nach Norden folgen Reihenhäuser auf kleinen Grundstücken. Auf dem nordwestliche Areal entstehen fünf Bauten mit Wohnungen sowie eine Tiefgarage. Geschosswohnungsbau ist auch im östlichen Bereich vorgesehen. Hier grenzen Carportreihen die Häuser zum weiter existierenden Gewerbegebiet ab.

Erschlossen wird das neue Wohnquartier in der Mitte durch die Hemmerleinstraße, die so verläuft, dass kein Durchgangsverkehr möglich ist. Nur für die Feuerwehr soll es beim mittig liegenden Spielplatz eine Fahrverbindung geben. Das besondere Augenmerk der Planer gilt dem Rückhalt von Regenwasser. So sollen die Flachdächer der Geschossbauten intensiv begrünt werden.

Zwischen den Häuserzeilen sollen unterirdische Puffer, Rigolen und Mulden, den Abfluss drosseln. Dadurch sollen eher naturbelassene Streifen entstehen. Das deckt sich mit dem Wunsch des Rats nach ausreichend Begrünung. Wobei Baudichte in Neunkirchen geringer ist wie in Erlangen und Nürnberg.

Die Wärmeversorgung wird voraussichtlich zentral über ein Heizkraftwerk erfolgen. Dazu besuchten Planer und Ratsmitglieder das bestehende Heizkraftwerk in Hallerndorf.

Eine Forderung aus dem Rat ist bezahlbarer Wohnraum. In der Diskussion darüber wurde deutlich, dass dies nur bei einer großen Anzahl von Wohneinheiten möglich ist. Denn nur dann können die hohen Fixkosten für Abbruch und Revitalisierung breit verteilt werden. Insoweit erteilte der Gemeinderat dem Ansinnen von Martin Walz (CSU) eine Abfuhr. Walz hatte eine Reduzierung der geplanten 120 Wohneinheiten auf etwa 100 gefordert.

Inwieweit geförderte Wohnungen entstehen können, ist noch offen. Neunkirchen hat allerdings die rechtliche Möglichkeit, dies im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor festzuschreiben.

Einige Projekte wurden schon umgesetzt

Neunkirchen wird sich in das Kommunale Energieeffizienznetzwerk des Landkreises einbringen. 21 Kommunen aus dem Landkreis sowie Altendorf und Pottenstein wollen sich hierfür zusammenschließen. Betreut von Markus Brautsch, dem Leiter des Instituts für Energietechnik an der OTH Amberg, werden die beteiligten Kommunen über drei Jahre beraten, wie und wo sie energiesparende Maßnahmen umsetzen können.

Für Neunkirchen wären solche Projekte die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und die energetische Sanierung heutiger Verwaltungsgebäude und des früheren Raiffeisenbankgebäudes. 3. Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) brachte noch die Kita neben der Mittelschule ins Gespräch und eventuell ein Netzwerk zwischen den Bildungseinrichtungen am Schellenberger Weg. "Der Rat und die Verwaltung geben vor, was ansteht", betonte der Klimamanager des Landkreises, Dominik Bigge. Er stellte einige schon realisierte Beispiele aus dem Kreis vor: das Wärmenetzwerk des Kreisbauhofes und die Mini-BHKWs an den Forchheimer Gymnasien.

Rosenbacher wollen Dorfgemeinschaftshaus nutzen

Ob es seitens der Verwaltung geschafft werde, Nutzen aus diesem Beratungsangebot zu ziehen, fragte Walz. Mit seiner Skepsis steht er nicht allein, zeigten anschließende Redebeiträge seiner Ratskollegen.

Die Rosenbacher werden in absehbarer Zeit ihr Feuerwehrgebäude auch als Dorfgemeinschaftshaus nutzen können. Schon seit zwei, drei Jahren gibt es Pläne, einen Anbau abzureißen und dafür verbesserte Räume für die Wehr und einen Versammlungssaal anzubauen.

Insgesamt hat der Markt dafür 250.000 Euro in die Haushalte 2017 bis 2019 eingestellt. Für den Abriss steht die Kostenberechung noch aus. Die Arbeiten sollen dicht beieinander liegen und so getaktet werden, dass die Rosenbacher Wehr viele Arbeiten in Eigenleistung erbringen kann. Dafür sind 800 Arbeitsstunden oder ein Wert von 40.000 Euro in der Kalkulation angesetzt. 

PAULINE LINDNER

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