Sonntag, 17.02.2019

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Bubenreuth: Hallendachsanierung reißt riesiges Haushaltsloch

Mehrkosten in Höhe von 200.000 Euro, Gemeinderat ruft Sondersitzung aus - 18.04.2014 05:59 Uhr

Von den 36 Nagelbindern im Dachstuhl der Bubenreuther Turnhalle hat es viele auseinander gedrückt. Bürgermeister Rudolf Greif hat die Halle gesperrt; sie ist einsturzgefährdet. © Klaus-Dieter Schreiter


Nur durch Zufall hatte ein Hand­werker bemerkt, dass der Dachstuhl der Turnhalle erhebliche Schäden auf­weist. Beim Verlegen eines Kabels hatte er einige aufgebrochene Nagel­binder in der Dachkonstruktion fest­gestellt und Bürgermeister Rudolf Greif alarmiert, woraufhin der Gemeindechef sogleich die Halle sper­ren ließ. Wie drin­gend das geboten war, hat sich nun bei einer Begutachtung durch die zum TÜV Rheinland gehörende Landesge­werbeanstalt Bayern (LGA) gezeigt.

Zahlreiche der 36 Nagelbinder - vor allem auf der Südseite des Dach­stuhls - sind um gleich mehrere Zenti­meter auseinander gerissen, teilweise ist sogar das Holz gesplittert. Die gesamte Dachfläche ist bereits deut­lich durchgebogen, weil die Vertei­lung der Last nicht mehr stimmt und Dachsparren nachgegeben haben. Außerdem wurden bei der Inspektion Flecken entdeckt, die auf einen Pilzbe­fall hindeuten könnten.

Neuer Bürgermeister soll Entscheidung treffen

Eine Reparatur sei zwar möglich, hat die LGA der Gemeinde mitgeteilt, die sei jedoch aufwendig und würde rund 150.000 Euro kosten. Da ein neuer Dachstuhl laut LGA auch „nur“ 200.000 Euro kosten würde, ten­diert der Bürgermeister zu dieser zwar teureren, aber auch nachhaltige­ren Lösung. Dann, so Greif, könnte man auch die schon mehrfach im Gemeinderat diskutierte Photovoltaik­anlage auf das Dach setzen. Das Gemeindeoberhaupt scheidet jedoch Ende des Monats aus Altersgründen aus und möchte dem neuen Bürger­meister und dem dann auch neuen Gemeinderat die endgültige Entschei­dung überlassen.

Klar sei jedoch, so Greif, dass wäh­rend einer anberaumten Sondersit­zung des Gemeinderats am Dienstag, 29. April, einige Positionen aus dem Haushalt gestrichen werden müssen, damit Geld für die Sanierung des Dachstuhls vorhanden ist. Vielleicht müsse man sogar einen Kredit aufneh­men. "Das ist ein heftiger Schlag für die Gemeinde".

Die Halle war erst 2006 saniert wor­den. Die damals eingebaute neue Decke kann man zwar wieder verwen­den, sie muss aber sorgfältig abgebaut und zwischengelagert werden.

Schüler müssen ausweichen

Da der Dachstuhl jederzeit zusam­menbrechen kann, sind auch der west­liche und südliche Außenbereich der Halle inzwischen abgesperrt worden, damit Passanten durch eventuell herabfallende Dachteile nicht verletzt werden. Da der Keller noch genutzt wird, muss sogar ein überdachter Gang im Bereich des Notausgangs an der Südseite gebaut werden. Weil die Arbeiten für die Sanierung erst noch im neuen Gemeinderat genehmigt und dann offiziell ausge­schrieben werden müssen, ist momen­tan überhaupt nicht absehbar, wann die Halle wieder genutzt werden kann.

Zurzeit absolvieren die Schul­kinder laut Bürgermeister Rudolf Greif ihren Sportunterricht in der Ten­nishalle. Auch mit der Stadt Baiers­dorf habe es bereits Gespräche gege­ben, damit der Sportverein und andere Organisationen die dortige Sporthalle mitbenutzen können, sagt Greif.

Froh könne man nur sein, dass es im vergangenen Winter keinen Schnee gegeben habe, meint er. Das Dach hätte vermutlich einer größeren Schneelast nicht mehr standgehalten und wäre darunter zusammengebro­chen. 

Klaus-Dieter Schreiter

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