Sonntag, 17.02.2019

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Bubenreutheum „eine einmalige Chance“

Verein stellt sein Konzept bei Bubenreuther Bürgerversammlung vor - 21.06.2013 18:33 Uhr

An dieser Stelle zwischen den beiden Gemeindeteilen könnte sich der Verein Bubenreutheum das künftige Museum vorstellen. © Klaus-Dieter Schreiter


„Die Gemeinde hat in nächster Zeit viel vor und muss darum sparsam mit dem Geld umgehen“, machte Bürgermeister Rudolf Greif gleich zu Beginn der Versammlung in der Turnhalle klar. Er nannte dabei Projekte wie den zweiten Bauabschnitt des Hochwasserschutzes, der mit mehr als einer Million Euro veranschlagt ist, den notwendigen Ausbau der Kindertagesstätten und auch die Erweiterung des Mauslochs, was mit der Stadt Erlangen „schwierig zu verhandeln“ sei. „Alles muss im Rahmen und finanzierbar bleiben“, mahnte er darum .

Er wolle „Klarheit in den im Ort kursierenden Zahlendschungel“ bringen, versprach der Chef des Museumsvereins, Christian Hoyer; er führte den etwa 120 Bürgern zunächst noch einmal vor Augen, in welch interessantem Ort sie leben. Zudem machte er ihnen schmackhaft, was aus Bubenreuth noch alles werden kann, indem er einen Blick auf das Jahr 2017 warf, nachdem das neue Museum eröffnet ist. Selbstbewusst fragte er in die Runde: „Warum sollte uns nicht gelingen, was in Buttenheim (Anm. d. Red.: Levi-Strauss-Museum) und sogar in Ruffenhofen mit dem Limeseum möglich ist“.

Immerhin sei das geplante Museum für Musik und Integration ein „von der Fachwelt anerkanntes Museumsprojekt“, das auch dem Bundesvertriebenengesetz entspreche, das unter anderem zur Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge und Förderung der wissenschaftlichen Forschung verpflichte. 3,5 bis fünf Millionen Euro werde es kosten, aber an die 80 Prozent Zuschüsse könne man erwarten, konstatierte die zweite Vorsitzende Susanne Zahn. „Ein gewisser Eigenanteil aber wird erwartet“. Der müsste aber nicht komplett von der Gemeinde aufgebracht werden, denn es gebe etliche Unterstützer. Nur das Grundstück möchte man von der Kommune, die zudem in zwei Haushaltsjahren jeweils 350000 Euro aufbringen müsse.

Die laufenden Kosten sollen im Wesentlichen durch eine Stiftung, aber auch durch Eintrittsgelder, die Vermietung der Räumlichkeiten für Konzerte und Tagungen, und durch den Verkauf aus einem Museumsladen gedeckt werden. Die Gemeinde aber müsse wohl noch etwa 4000 bis 5000 Euro monatlich aufbringen, meinte Zahn. Dieses Geld sei gut angelegt, wenn man nicht „ein Schlafvorort von Erlangen bleiben, sondern eine eigene Identität und eigenes Bewusstsein“ entwickeln wolle. Doris Vittinghoff, die Leiterin des in der Entwicklung befindlichen medizintechnischen Museums von Siemens, sieht sogar Synergieeffekte mit dem Bubenreutheum.

Enttäuscht kritisierte Susanne Zahn, dass „außen um den Ort herum jeder begeistert“ sei, nur in der Gemeinde sei das Projekt bislang „auf Eis gelegt“. Wenn die Gemeinde nicht schnell reagiere, würde ihr „eine Riesenchance durch die Lappen“ gehen, weil die zugesagten Fördergelder nicht ewig zur Verfügung stehen würden. Dann, so Christian Hoyer, müsse man die vierjährige Ochsentour wieder machen, um Gelder zu akquirieren. „Das mache ich dann aber nicht mehr mit“. 

kds

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