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Eckental: Ansprechender Wohnraum für Asylsuchende

Nach Ausräumung der "Missverständnisse" zu Reihenhausanlage in Eckenhaid: Das Beste daraus machen - 19.05.2015 17:04 Uhr

Hübsch anzuschaun: So soll die Wohnanlage aussehen, die Markus Gildner in Eckenhaid baut. © Computergrafik: The Peoples‘ Project


„Beim Bauantrag war klar, dass die Häuser für eine Flüchtlingsunterkunft gedacht sind“, erklärt Gildner. Er habe vorher schon mit Bürgermeisterin Ilse Dölle gesprochen, ihr „The Peoples’ Project“ vorgestellt. Die Bürgermeisterin hingegen betont, sie habe mit Gildner allgemein über Flüchtlingsunterbringung gesprochen, nicht über das konkrete Projekt. Jedoch habe sie ihm bedeutet, dass Wohnraum in Eckental immer gefragt sei.

Die Crux an der Angelegenheit freilich liegt eigentlich darin, dass die Regierung ab einer Zahl von 50 Asylsuchenden Verträge mit den Wohnungsanbietern selbst abschließt, unter 50 läuft dies über die Landkreise und Gemeinden. Das bedeutet, dass der Bauherr die Gemeinde nicht informieren muss, letztlich auch nicht die Regierung. Und der Bauherr muss beim Bauantrag auch gar nicht angeben, an wen er zu vermieten gedenkt.

Im Gespräch mit der Regierung hat Ilse Dölle unterdessen geklärt, dass ein solches Vorgehen an den Gemeinden vorbei letztlich auch an den Menschen vorbei gehe, die in den Orten wohnen. Das sei fatal. „Wir müssen die Menschen doch mitnehmen, wenn wir einen guten Umgang miteinander anstreben.“ Jetzt sei das Kind in den Brunnen gefallen und man werde gemeinsam versuchen, das Beste daraus zu machen, so Dölle.

Das Beste zu machen ist auch der Anspruch von Markus Gildner, mit seiner Reihenhausanlage. In den sechs Häusern mit je zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss sollen bis zu 60 Menschen wohnen können. „Wir schaffen hier bezahlbaren Wohnraum, ohne dabei auf architektonische und bauliche Qualität zu verzichten“, betont der Projektentwickler.

Doch nicht nur optisch wirken die geplanten Häuser die den Nachkriegshäusern der Hamburger Elbvororte nachempfunden sind, ansprechend. Der Einsatz von Spannbeton-Fertigdecken ermöglicht laut Gildner Wohnraum nahezu ohne tragende Innenwände. Damit könne der Wohnraum flexibel gestaltet werden. Eine Gasbrennwerttherme beheizt die Häuser, warmes Wasser erhält man auch über Solarthermie. Zunächst werden die Reihenhäuser im Erdgeschoss und im ersten Stock mit je zwei Zimmern, Küche und Bad ausgestattet, im Staffelgeschoss mit ein bis zwei Zimmern, Küche und Bad.

Gemessen an Wohnraum in Containern oder manch altem Haus, das zur Unterbringung von Asylsuchenden dient, sei dies sehr komfortabel, unterstreicht Gildner. „Wohnung und Arbeit sind die Kernpunkte von Integration“, lautet die These des Projektentwicklers. Und guter Wohnraum, auch auf längere Sicht, werde hier bis Ende des Jahres geschaffen.

Dabei leugnet er nicht, dass er Geld verdienen will; „bisschen mehr als die ortsübliche Miete“ trägt ihm nach seinen Worten der Mietvertrag mit der Regierung ein. Aber ein Gutmensch will er auch sein. 

Dieter Köchel

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