Ein Handball-Krimi mit Happy End

4.3.2012, 19:43 Uhr
Ein Handball-Krimi mit Happy End

© Harald Sippel

„Ein hartes Stück Arbeit“, sagte der Erlanger Coach nach dem Spiel, und schnaufte erst einmal durch angesichts der mühsam verdienten Punkte.

In den ersten Minuten hatten zunächst beide Torhüter ihr Können gezeigt, ehe der DHC Rheinland – es stand immer noch 0:0 – einen heftigen Dämpfer erlitt: Kreisläufer Andrej Petro zog sich nach gerade einmal vier gespielten Minuten und ohne gegnerische Einwirkung einen Achillessehnenriss zu. Damit war beim DHC eine Neuausrichtung erforderlich, doch Schwierigkeiten bereitete das nicht dem Gast, sondern den Hausherren. Christoph Nienhaus wurde in Manndeckung genommen – eine Maßnahme, an der die Gastgeber lange zu knabbern hatten und die den Erlanger Rhythmus völlig durcheinander brachte.



Zwar war Daniel Stumpf in der 5. Minute endlich das 1:0 gelungen, doch der HCE konnte darauf nicht aufbauen. „Wir haben viele Stockfehler gemacht und zu hektisch agiert und dabei nicht mehr auf die Mitspieler geachtet“, monierte Frank Bergemann. Bis zu drei Tore lagen die Gäste zwischenzeitlich vorne, ehe sich die Erlanger nach etwa 20 Minuten gefangen hatten. Mit der Pausensirene gelang dem HC das 10:10.

In Hälfte zwei war dann zwar mehr Linie im Erlanger Spiel, doch richtig frei machen konnten sich die Bergemann-Schützlinge nie. Man sei sich selbst im Wege gestanden und habe unerklärlicherweise „zittrige Hände gehabt“. Zudem sei Bartosz Konitz – mit sieben Treffern bester DHC-Werfer – nie ganz zu kontrollieren gewesen, so Bergemann. Allein die ersten fünf DHC-Tore gingen auf sein Konto.
Umso wichtiger war da der erneut überragende Andreas Bayerschmidt im HC-Tor, der mit keinem der vier DHC-Siebenmeter überwunden werden konnte und der den HCE ein ums andere Mal im Spiel hielt. Bei den eigenen Siebenmetern waren die Erlanger diesmal auch nicht gewohnt sicher. Nach seinem Fehlversuch beim ersten Strafwurf übernahm Daniel Stumpf von Daniel Pankofer die Aufgabe. Der HC-Kapitän verwandelte zwei Mal souverän, und scheiterte dann ausgerechnet in der entscheidenden Phase dreieinhalb Minuten vor Schluss, als der HCE nur knapp mit 18:17 führte. Doch auf der anderen Seite war Bayerschmidt eine Bank und so gelang Hannes Münch 30 Sekunden vor dem Ende die einzige 2-Tore-Führung der Erlanger im ganzen Spiel. Mehr als noch auf 19:18 zu verkürzen war damit für die Gäste aus dem Rheinland nicht mehr drin.


In die vom DHC hart geführten Partie – Szczesny sah in der 40. Minute nach einem heftigen Foul an Nikolai Link Rot – hatten die Unparteiischen mit teils verwunderlichen Entscheidungen zusätzlich Hektik gebracht. Doch da hatten die Erlanger ihre Fans im Rücken, die wieder genau spürten, wann ihr Team Rückhalt braucht. „Ich widme diesen Sieg dem Publikum“, sagte hinterher Frank Bergemann. „Es hat uns in den schwierigen Situationen unglaublich geholfen.“ Und ein großes Lob fürs Team gab es dann auch noch: „Ich bewerte diesen Sieg viel höher als einen, der deutlich ausfällt.“ Schon am Mittwochabend (20 Uhr) sind die Erlanger zu Gast bei der SG Bietigheim.



HC Erlangen: Bayerschmidt; Schwandner (1), H. Münch (3), Krämer, Nienhaus, Hess (2), Schneck, Pankofer (4), Schmidtke, Stumpf (6/2), Link (3).

Zuschauer: 1500. Siebenmeter: 4/2: 4/0. Zeitstrafen: 8:6 Minuten. Rote Karte: Szczesny (DHC/40.). Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Sascha Wild (Elitekader DHB).

Torfolge: 1:0 (5.), 1:1, 1:2, 2:2, 2:4, 3:4, 3:6, 4:6, 4:7, 6:7, 6:8, 7:8, 7:9, 8:9, 9:9, 9:10, 10:10 (Pause); 10:11, 11:11, 11:12, 13:12, 13:13, 14:13, 14:15, 15:15, 15:16, 16:16, 16:17, 19:17, 19:18 (Endstand).

 

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