Freitag, 17.11. - 18:27 Uhr

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Ein "Herbstsalon" in Erlangen wie eine Messe

Die einstige Winterausstellung des Kunstvereins hat das Kunstpalais überwältigt - 18.10.2017 18:00 Uhr

In den Kellerräumen setzt sich die Ausstellung (hier mit Arbeiten u. a. von Claudia Endres und Günter Paule) fort. © F.: Sippel


Nicht weniger als 115 Künstlerinnen und Künstler sind aufgeboten, rund 150 Werke von der Malerei bis zur Skulptur, von der Collage bis zur Fotografie und in breiter Stilvielfalt vorzustellen. Dass bei dieser wahrhaft optischen Überwältigung häufig die Schönheit im Auge des Betrachters liegt, versteht sich.

Trotzdem lassen sich Tendenzen herauslesen. So spielt seit dem Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts die Natur wieder eine große Rolle in der darstellenden Kunst – aber nicht als romantisch verklärter Gegenstand der Betrachtung, sondern als gefährdete Lebensgrundlage. In den (Kunst-) Wäldern hausen nicht Eichelhäher und Rehlein, sondern Harvester, Moder und Vergänglichkeit. Die Ausstellung zeigt dies exemplarisch, ohne platt didaktisch wirken zu wollen.

Bei der Konzeption der Ausstellung ist es gelungen, Schwerpunkte zu setzen, Arbeiten räumlich so zu bündeln, dass sie Bezug aufeinander nehmen. So sind die Themen "Frauen" (sowohl als Sujets wie auch als Künstlerinnen) in einzelnen Räumen gebündelt – die großartige Fotografin Katja Gehrung grüßt hier ebenso wie die rätselhafte Franziska Döhla. Barbara Lidfors’ Großformat "Hanging out with Phoebe" (eine entspannt hingelümmelte junge Frau) passt da ebenso hinein wie Birgit Nadraus Porträt einer Jugendlichen, die ein Schnurspiel beginnt – die Schnur ist ein Stück Klebeband, das sie ins Bild eingefügt hat.

Von Menschen und Tieren

Ein eigener Raum ist dem Thema "Mensch und Tier" gewidmet, wobei realistische Kompositionen (drei Keramikvögel von Gudrun Amer) ebenso darunter sind wie ironische Ölgemälde (wie Barbara Heuns schmollendes Schwein). Genau hinsehen muss man beim bunten Hahn von Elsa Kollitz, bei dem bunte Acrylränder zusätzliche Kontraste verleihen. Rätsel gibt Younghun Lee auf, zu dessen Wandrelief – eine in eine Gießmasse eingelassene Artistenpyramide aus Netz-strümpfen – man gerne Details wüsste.

Großartige Beiträge auch von Günter Paule, Witziges von Ingrid Riedl, beeindruckende Skulpturen von Dagmar Ohrndorf und Claudia Endres und Figurinen von Klaus-Hermann Kahlert und Ulla Schoedel sowie ein Gruß aus dem Reformationsjahr von Rohland Opfermann. Dessen "entpacktem" Buch-Paket droht allerdings die Vernichtung durch ordnungsliebende Kunst-Banausen.

Herbstsalon des Kunstvereins, bis 12. November im Kunstpalais (Palais Stutterheim), Marktplatz 1. Offen Di. 10 – 18, Mi. 10 – 20, Do. – So. 10 – 18, Reformationstag u. Allerheiligen 10 – 18 Uhr. 

pm

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