Samstag, 17.11.2018

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Erlangen: Am Ende des Tages ist die Arbeit sichtbar

Johannes Bischof wird Stahlbetonbauer und nach Abschluss seiner Ausbildung im Sommer übernommen - 27.07.2018 16:25 Uhr

Johannes Bischof ist stolz auf seine Arbeit als Stahlbetonbauer. © Ilona Hörath


Noch bevor Johannes Bischof zu Wort kommt, lobt ihn Thomas Küttner in den höchsten Tönen. "Es gab keine Diskussion darüber, ob er übernommen wird", sagt der Leiter der gewerblichen Ausbildung bei Mauss Bau. Sobald Johannes Bischof im Sommer seine Abschlussprüfung bestanden hat, wird der dann frisch gebackene Geselle als Beton- und Stahlbetonbauer auf den Baustellen des Unternehmens unterwegs sein.

"Kein Tag ist wie der andere und am Ende eines jeden Tages sieht man, was man gemacht hat", sagt Florian Bischof. "Die Wand von heute steht morgen schon ganz woanders." Denn der Bau wächst an jedem Tag. "Der Stahlbetonbauer muss lernen, den Beton in eine Form zu bringen und so einzuschalen, dass er hält und dass die Stützen tragen", erklärt Bischof. Er gibt dem Beton die gewünschte Form und Ansicht, die der Architekt vorgegeben hat: Wände und Fassaden, Tür- und Fensteröffnungen, runde Stützen oder Treppen.

Auch wenn oft Fertigteile verbaut werden: Noch immer steht das Handwerk des Stahlbetonbauers hoch im Kurs. Etwa, wenn Bauherren sich kreisrunde Fenster wünschen. Oder wenn sich aus statischen Gründen Fertigteile nicht eignen. Doch auch die Fertigteile stellt ein Stahlbetonbauer her.

Dass Florian Bischof sich für eine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer entschieden hat, liegt in der Familie. "Mein Onkel arbeitet auf dem Bau, er ist mein Vorbild". Trotzdem habe Bischof zuerst "ein bisschen was ausprobiert" und in andere Berufe hineingeschnuppert. Zum Beispiel in Form von Praktika als Lackierer, im Garten- und Landschaftsbau oder bei den Kfz-Mechatronikern.

Gerade die vielen Praktika haben ihm geholfen, sagt er, herauszufinden, welchen Weg er beruflich einschlagen möchte. Zu guter Letzt hat er sich bei der Bauinnung Nürnberg beraten lassen. "Im Bewerbungsgespräch hat man mir aufgezeigt, was später einmal möglich ist". Etwa sich zum Vorarbeiter zu qualifizieren, als staatlich geprüfter und zertifizierter Polier oder als Meister Karriere zu machen. Florian Bischoffs Ziel ist es jedenfalls, in fünf Jahren auf die Meisterschule zu gehen.

Bis dahin bleibt Zeit, um noch ein paar Tricks und Kniffe zu lernen. Seinen Arbeitstag auf dem Rohbau beginnt der 20-Jährige um 7 Uhr, der Vorarbeiter sagt, was zu tun ist. Bischof studiert den "Schalplan", um zu wissen, wie etwa die herzustellende Türöffnung oder Wand aussehen soll.

Er besorgt sich das benötigte Baumaterial, holt "das richtige Eisen", also die Stahl-Bewehrungseinlage im Beton, die mal so dünn sein kann wie ein Finger oder so dick wie eine Faust. Dazu kommen Hammer, Nägel und, zwei besonders wichtige Werkzeuge, Wasserwaage und Meterstab. "Im Team macht die Arbeit mehr Spaß", sagt Bischof, "und es geht schneller, wenn man sich gegenseitig hilft". Zwei bis drei Kollegen seien notwendig, "um die Schalung vernünftig zu setzen."

Florian Bischof liebt es, draußen an der frischen Luft zu arbeiten. Kritisch werde es allerdings bei Minusgraden. Und wenn es wie aus Kübeln schüttet. "Bei Starkregen geht man heim. Wenn der Mörtel wegläuft, muss man aufhören." 

ILONA HÖRATH

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