Donnerstag, 15.11.2018

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Erlangen besiegelt Freundschaft mit Cumiana

Festakt in der Hugenottenkirche - 11.04.2011

Die Hugenottenkirche gab am Samstagabend die beeindruckende Kulisse für ein beeindruckendes Konzert ab. © Bernd Böhner


Mit der Unterzeichnung einer offiziellen Freundschaftserklärung hat das Bemühen nach zehn Jahren immer enger werdender Kontakte zwischen der knapp 8000 Einwohner zählenden Gemeinde Cumiana westlich von Turin am Fuße der Alpen und Erlangen einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Im Beisein zweier Bürgermeister aus dem piemontesischen Ort, zahlreicher politischer und gesellschaftlicher Vertreter sowie eines stimmgewaltigen Chors setzten Bürgermeister Roberto Costelli, der „Sindaco“ von Cumiana, und Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis ihre Unterschriften unter das Dokument, das den Wunsch nach engeren Beziehungen ausdrückt.

OB Siegfried Balleis, Bürgermeisterin Elisabeth Preuß, Cumianas Alt-Bürgermeister Gianfranco Poli, „Sindaco“ Roberto Costelli, 2. Bürgermeister Gerd Lohwasser und Cumianas Partnerschaftsbeauftragter Aldo Calvetto. © Bernd Böhner


In seiner Rede erinnerte OB Balleis daran, dass erst vor einer Woche eine Erlanger Delegation an den Gedenkfeiern in Cumiana anlässlich der 67. Wiederkehr des Massakers am 3. April 1944 teilnahm — zusammen mit einer starken Abordnung von Schülern und Lehrern des Ohm-Gymnasiums, die sich der Freundschaftspflege mit Cumiana besonders verpflichtet fühlen und in dem norditalienischen Ort offenbar einen besonders engagierten Eindruck hinterließen. So war es jedenfalls den Worten des ebenfalls beeindruckten italienischen Bürgermeisters zu entnehmen.

Balleis drückte den Dank des offiziellen Erlangen dafür aus, dass die Bevölkerung in Cumiana „die Hand ausgestreckt hat zur Versöhnung“, dass dies die Voraussetzung dafür wurde, dass man seit zehn Jahren immer engere Bande knüpfe. Dies sei auch einzelnen Personen wie dem Erlanger Friedensaktivisten Manfred Kirscher vom „Bündnis für den Frieden“ zu verdanken, aber auch den vielen Aktiven in Cumiana, die den Delegationen aus Erlangen gegenüber stets aufgeschlossen gewesen seien.

Balleis’ italienischer Amtskollege Roberto Costelli würdigte die Beziehungen als große Hoffnung für die Bürger beiden Gemeinden und zeigte sich vor allem darüber erfreut, dass es viele junge Menschen gebe, die sich des Gedankens der Völkerverständigung annähmen. Dies gelte es — auch durch eine formelle Vereinbarung — auszubauen.

Costellis Vorgänger bis 2005, Alt-Bürgermeister Gianfranco Poli, nannte die Zusammenarbeit der Bürger von Cumiana mit den Erlangern ein Signal gegen Unmenschlichkeit, die Unterschiedlichkeit der Städte werde durch das große Engagement beider Seiten ausgeglichen.

Konzert mit viel Applaus

Besonders viel Beifall erhielt der Chor aus Cumiana (offiziell: Chor Cumbavianae Unitrè) unter seiner Leiterin Alice Enrici, der bereits am Samstagabend (gemeinsam mit dem Kosbacher Stad’l Chor unter Knut-Wulf Gradert) einen wahrlich großen Auftritt hatte und das Erlanger Publikum für sich einnahm. Veranstaltet hatte das Konzert der italienisch-deutsche Verein Erlangen unter seinem Vorsitzenden Giuseppe Andolina. Im Rathausfoyer stellt das Ohm-Gymnasium die Ergebnisse seiner Recherchen in und um Cumiana aus. Mit der italienischen Delegation reisten auch einige Angehörige der Opfer des Massakers von 1944 an. 

pm

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