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Erlangen: Streit um grüne Oase vor Gericht

BN reicht Klage gegen Bebauung am Exerzierplatz ein - 07.05.2012 09:00 Uhr

Umstrittene Fläche auf dem ehemaligen Exerzierplatz: Elf Hektar groß (die weiß umrandete Fläche) ist die für die Universität reservierte Fläche. Auf 1,5 Hektar dieses Gebietes soll das Max-Planck-Institut entstehen. Nördlich der weiß umrandeten Fläche liegt das wertvolle Naturschutzgebiet, in dem geschützte Arten wie die blauflügelige Ödlandschrecke leben, die vom Aussterben bedroht sind. © Bernd Böhner


„Der Erhalt der grünen Oase hat Vorrang!“, bekräftigen die Erlanger BN-Kreisvorsitzende und stellvertrettende Landesvorsitzende Doris Tropper und Geschäftsführer Reinhard Scheuerlein. Denn durch die geplante Bebauung werde die vorhandene Freifläche empfindlich verkleinert und gehe als Lebensraum gefährdeter und geschützter Arten verloren.

Noch vor Ablauf der Klagefrist und obwohl eine Baugenehmigung noch nicht einmal beantragt sei, würden bereits Fakten geschaffen durch Baumfällungen und Straßenarbeiten.

Trotz vielfältiger Aktionen und Proteste von Bürger(innen) habe der Erlanger Stadtrat den Bebauungsplan Nummer 380 beschlossen und damit die Zerstörung des Biotops am Exerzierplatz eingeleitet, so der BN. Auch zahlreiche Beratungsgespräche mit politischen Entscheidungsträgern und die fachlich fundierten Stellungnahmen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und des Bundes Naturschutz hätten nicht verhindern können, „dass ein landesweit bedeutsames Biotop zur Bebauung freigegeben wurde“.

„Massiv beeinträchtigt“

Mit dem Bau des Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts auf dem Gelände mache Bayern „den nächsten Schritt zum Bau des ersten nordbayerischen Max-Planck-Instituts“, hatte Innenminister Joachim Herrmann im März beim ersten Spatenstich betont. Dem Gedanken des Naturschutzes werde eine zentrale Rolle eingeräumt.

Die Umweltschützer halten dagegen: Durch die begonnene Bebauung werde das in unmittelbarer Nähe liegende Naturschutzgebiet massiv beeinträchtigt, weil sich der Erhaltungszustand der zahlreichen Populationen von geschützten und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten deutlich verschlechtere. Die Aufwertungsmaßnahmen im Naturschutzgebiet als sogenannter Ausgleich für die Bebauung seien kein adäquates Mittel, weil für einen nachhaltigen Artenbestand eine größere Freifläche unverzichtbar sei: „Für die Bürger ist das Gebiet zur Naherholung unverzichtbar.“

Unterstützt wird der BN bei dieser rechtlichen Überprüfung durch den Landesbund für Vogelschutz und die Bürgerinitiative „Rettet unseren Exerzierplatz“. Gemeinsam werde man alle vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen und sich dafür einsetzen, die grüne Oase am Exerzierplatz zu erhalten, kündigen Tropper und Scheuerlein an. 

hpr

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