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Erlanger Busverkehr könnte sofort verbessert werden

Stadt will durch Bürgerbeteiligung Schwachstellen aufspüren - 29.09.2014 20:00 Uhr

In Sachen städtischer Busverkehr sollen jetzt nach und nach Verbesserungen erzielt werden. Das Stadtplanungsamt hatte die Bürgerinnen und Bürger dazu eingeladen, Ideen und entsprechende Vorschläge zu machen. © Harald Sippel


„Der Busverkehr ist ein Punkt, für den wir auf das Jahr 2030 hinzielenden Verkehrsentwicklungsplan bereits lange vorher Verbesserungen erzielen können“, sagt Erlangen Verkehrsplaner Christian Korda. Das Stadtplanungsamt hatte, um solche Verbesserungsvorschläge nach zwei öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltungen auch möglichst vielen Dritten zugänglich zu machen, 5000 Postkarten verteilen lassen, auf denen Verbesserungsvorschläge gemacht werden konnten.

Zudem wurde unter einer publizierten Internetadresse (http://mitmachen.vepErlangen.de) eine Online- Plattform geschaffen, auf der 407 Hinweise eingingen, diese 428 Mal kommentiert wurden und von zuverlässigen Nutzern 1 237 Bewertungen abgegeben wurden. Die Kommentare kamen spontan, die Bewertungen waren angemeldet.

„Hohe Qualität“

Für Christian Korda war die Qualität der Äußerungen „sehr hoch“, Teilnehmer berichteten zudem, dass die vom Stadtplanungsamt betreute Seite sehr qualitätvoll moderiert wurde, sodass keine ernsthafte Einwendung unter den Tisch fiel.

Zehn Vorschläge – sozusagen die „Hitliste“ der kommentierten und bewerteten Vorschläge – wurden nun in einem Treffen erörtert und deren Umsetzungsmöglichkeit diskutiert.

Gut umsetzbar scheint demnach der Wunsch der Beschäftigten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in der Brucker Lache zu sein, einen besseren Busanschluss zu bekommen.

Der Weg der Beschäftigten zur nächsten Bushaltestelle (Linie 286) erscheint unvertretbar weit. Eine Beschäftigte des Amtes konnte schlüssig nachweisen, dass das Fahrgastpotenzial allein in der Dienststelle Erlangen sehr hoch ist – hinzu kämen viele Besucher aus anderen Dienststellen sowie private Besucher, die das Landesamt aufsuchten. Zudem sei das Wohnumfeld ebenfalls schlecht erschlossen und biete zusätzliches Fahrgastpotenzial.

Für Korda ist dies ein klassischer Fall, bei dem durch eine geänderte Linienführung Abhilfe geschaffen werden kann. Allerdings müsse das Anliegen bis zum nächsten Fahrplanwechsel warten, da jetzt bereits die neuen Fahrpläne „stehen“.

Farm weckt Wünsche

Problematischer wird dies bereits beim Wunsch, die Jugendfarm ans Busnetz anzuschließen. Da diese weder direkt durch einen Bus angefahren werden könne und auch in der Spardorfer Straße kein Bus verkehre, benötige dieser Wunsch andere Voraussetzungen. Die Abgelegenheit der Jugendfarm sei ja auch gerade eines ihrer herausragenden Merkmale.

Recht unterschiedliche Auffassungen herrschen bei der Busvorrangschaltung in Erlangen. Offenbar hat das System, das Bussen durch selbst geschaltete Grünphasen freie Fahrt einräumt, seine Tücken. So beklagen Fahrgäste immer wieder, dass die Busse ihre eigene Unerreichbarkeit hervorrufen, indem sie ihre Fahrbahn freischalten, die Fußgänger auf der anderen Straßenseite aber gerade das dadurch geschaltete Rotlicht „aussperren“. „Immer wenn ich dann endlich über die Straße kann, fährt der Bus auf der anderen Seite los“, schimpft einer der Beschwerdeführer.

Unerwünschte Effekte

Christian Korda, dem auch schon von Ampeln berichtet wurde, die ganze drei Minuten nicht umschalteten – „der Höchstwert liegt bei 120 Sekunden, mehr darf nicht sein“ –, hat seine Späher ausgeschickt und lässt Ampelschaltungen korrigieren, bei denen es zu unerwünschten Effekten kommt. Eben auch dazu, dass nacheinander folgende Busse eine beampelte Kreuzung über Minuten lahmlegen, weil deren elektronische Ampelschaltung nichts vom Busstau versteht.

Problematisch wird es auch bei der Frage nach den Fahrtkosten. Eingeklemmt zwischen Fahrkarten für eine breite Bevölkerung – durch hohe Zuschüsse – und einer gewissen Rentabilität tue sich der Stadtverkehr schwer, einen Königsweg zu finden.

Man könne nur zu preiswerten Zeitkarten raten, so Stadtplanungschef Josef Weber. Nachvollziehbar sei aber, dass das Fehlen einer Seniorenkarte oder eines Seniorentarifs bemängelt wird.

Und das Semesterticket für Studenten soll kommen. Da juristische Hürden gemeistert werden konnten, seien die Verhandlungen für ein solches Ticket eingeleitet, er hoffe auf eine baldige Umsetzung, so Weber. 

Peter Millian

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