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Holzweg schädigt 3000 Jahre alte Hügelgräber

Forstamt Forchheim führt Waldarbeiten durch - Von historischen Zeugnissen nichts gewusst? - 15.04.2012 15:15 Uhr

Heimatforscher Peter Düthorn auf einem der Hügelgraber in der Mönau. © Egbert M. Reinhold


Nur der Experte erkennt an dem kleinen Hügel im Wald das Hügelgrab. Peter Düthorn, 2007 für seine Verdienste um die Heimat- und Geschichtsforschung mit dem Kultur-Ehrenbrief der Stadt Erlangen ausgezeichnet, ist ein solcher Experte. „Durch das Befahren auf Rückegassen wurden die Grabhügel beschädigt“, sagt er. „Der große Hügel wurde nicht nur an beiden Rändern durch Fahrspuren beschädigt, eine Rückegasse führt sogar mitten über den mehr als mannshohen Hügel.“

Förster Matthias Breuer bestätigt den EN auf Anfrage, dass es in der Mönau momentan Rückegassen gibt, weil dort Forstarbeiten durchgeführt werden. Auf diesen auch „Holzweg“ genannten Fahrbahnen transportieren Maschinen das Holz aus dem Wald. Für Förster Breuer waren die Hügelgräber nicht erkennbar, als er vor knapp zwei Wochen durch die Mönau ging, um die Rückegassen festzulegen. „Sollte jetzt ein Hügelgrab beschädigt worden sein, tut uns das leid“, sagt Breuer. „Wir haben nicht gewusst, dass dort, wo die Bäume beschnitten werden, Hügelgräber sind.“ Deshalb sei auch keine Maßnahme zu ihrem Schutz ergriffen worden.

Tatsächlich gibt es im Wald außer der Hinweistafel auf den „Kosbacher Altar“ und das davor liegende Hügelgrab keinerlei Anzeichen für weitere Hügelgräber. Peter Düthorn: „Diese Wegweiser verschwanden schon vor Jahren und wurden leider nicht mehr aufgestellt.“

Die Hügelgräber waren im Oktober 1911 von Pfarrer Rudolf Herold entdeckt worden. Laut Peter Düthorn stammen sie aus der Hallstattzeit und sind rund 3000 Jahre alt. Obwohl die meisten Gräber bereits geplündert waren, konnten noch einige Fundstücke entdeckt werden. Diese Exponate gehören heute zur vorgeschichtlichen Sammlung der Universität.

Der „Kosbacher Altar“ wird heutzutage gern als ritueller Ort von Esoterikern genutzt. Förster Breuer: „Ich habe dort schon Ziegen- und Hühnerreste entdeckt, aber auch weiß gekleidete Menschen, die auf den Sonnenaufgang gewartet haben.“ 

EGBERT M. REINHOLD

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