Mittwoch, 12.12.2018

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Kunstpreis an Birgit Nadrau verliehen

Die gebürtige Erlangerin und Nürnberger Meisterschülerin geehrt - 16.03.2009

Hannelore Heil-Vestner (Vorsitzende des Kunstvereins Erlangen), Preisträgerin Birgit Nadrau und Konrad Baumüller (Vorstandssprecher der Raiffeisen-Volksbank Erlangen-Höchstadt) freuen sich gemeinsam. © Rainer Windshorst


Dieser Preis geht aus einer neuen Kooperation zwischen dem Kunstverein Erlangen und der Raiffeisen-Volksbank Erlangen-Höchstadt hervor, deren Zweck es ist «Künstlerpersönlichkeiten zu fördern, die durch Leben oder Werk eng mit Erlangen und der Region verbunden sind» (wir berichteten). Dabei ist das Engagement von Kunstverein und Raiffeisenbank durchaus langfristig zu verstehen. Der Förderpreis soll eine Lebenszeit von mindestens zehn weiteren Jahren haben.

Die gebürtige Erlangerin Nadrau, Meisterschülerin der Klasse von Platen an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, ist dabei geradezu prädestiniert als allererste Preisträgerin. Schließlich hat sie gerade auch in Erlangen mit den «Blickfelder»-Steinen unter Blattgold am Martin-Luther-Platz deutlich ihre künstlerischen Spuren hinterlassen.

Die Preisverleihung selbst war jedoch nur der krönende Abschluss eines abendfüllenden Kulturprogramms mit der Kunsthistorikerin Eva Schickler und dem Künstler Ottmar Hörl. Das Thema der Abends lautete: «Berühmt und Reich? – Wie man mit Kunst Karriere macht».

Eva Schickler vom Nürnberger «Büro für Utopien» machte in ihrem Vortrag deutlich, dass die meisten Künstler nach wie vor von akuter Armut bedroht seien. Nach Informationen der Künstlersozialkasse (KSK) etwa habe das Durchschnittsjahreseinkommen der freischaffenden Künstler in Deutschland im Jahre 2007 bei knapp über 12000 Euro gelegen.

Deshalb forderte sie, das Künstler ihr Metier endlich als «Gesamtsystem» betrachten müssten, was durchaus aus der freien Wirtschaft gängige Begriffe beinhalte. So müsse der Marken- bzw. Künstlername vor allem griffig sein, die Signatur eines Künstlers sei ein Logo, dass mit der Zeit gehen müsse und der Künstler müsse sich an einem geeigneten Leitbild (Unternehmensphilosophie) orientieren.

«Schall und Rauch»

Professor Ottmar Hörl, Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und spätestens seit dem «Großen Hasenstück» im Jahre 2003 einer der ganz Großen des deutschen Kulturbetriebs, dagegen gab sich bescheiden und als echter «Überzeugungstäter» den Ruhm, Titel und sonstige Weihen überhaupt nicht interessierten: «Alles nur Schall und Rauch».

Marketingstrategien empfinde er eher als hinderlich, wenn man gut sei, dann gehe man einfach seinen Weg. Hörl warnte eindringlich davor, so zu tun, als sei der Künstler interessanter als sein Werk selbst. Dies sei ein grundlegender Fehler, den leider zu viele Zeitgenossen, vor allem Kunsthistoriker begingen. 

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