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Donnerstag, 13.12.2018

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Motorische Störungen nerven Patienten

Telefonaktion der Erlanger Nachrichten mit drei Fachärzten zur Parkinson-Erkrankung - 06.04.2013

Prof. Stefan Schwab ist seit 2006 Direktor der neurologischen Universitätsklinik. Er zeichnet dafür verantwortlich, dass seit kurzem in Kooperation mit der Neurochirurgischen Klinik auch die sogenannte „tiefe Hirn- Stimulation“ durchgeführt werden kann — ein neues Verfahren, das für viele mittel- bis schwer betroffene Patienten eine ganz wesentliche Therapie-Option darstellt. Ebenfalls am Telefon ist sein Kollege Prof. Jürgen Winkler, der die Abteilung für Molekulare Neurologie an der Klinik leitet. Dr. Olga Kotova ist seit 2006 im Klinikum am Europakanal im Zentrum für Neurologie und neurologische Rehabilitation tätig.

Die Parkinson-Erkrankung ist die häufigste, spontan auftretende, neurodegenerativ bedingte Bewegungsstörung in Deutschland. Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 50. und 65. Lebensjahr und betrifft derzeit etwa 150 Personen pro 100000 Einwohnern. Bis zu zehn Prozent der Patienten erkranken jedoch auch schon vor dem 40. Lebensjahr. Klinisch ist das Erkrankungsbild insbesondere durch eine Verlangsamung der Bewegungsabläufe, erhöhte Muskelspannung, Zittern sowie Haltungsinstabilität charakterisiert.

Zusätzlich treten schon sehr häufig auch vegetative, kognitive sowie psychologische Symptome auf. Ursächlich für die motorischen Störungen ist der Verlust von Nervenzellen in einem sehr kleinen Kerngebiet im Mittelhirn, der schwarzen Substanz „Substantia nigra“. Bei der Parkinson-Erkrankung gehen die Nervenzellen dieser schwarzen Substanz langsam zu Grunde, und es kommt zu einem Mangel des Nervenbotenstoffes Dopamin.

Die Diagnose gelingt in den meisten Fällen anhand einer ausführlichen Anamnese, fachärztlichen neurologischen Untersuchung sowie durch zusätzliche diagnostische Maßnahmen wie der Darstellung des Gehirns mittels Kernspintomographie sowie nuklearmedizinischen Untersuchungstechniken.

Die Therapie stützt sich auf drei Pfeiler: die gezielte und individuell angepasste medikamentöse Therapie, intensive Physiotherapie mit Logopädie sowie regelmäßiges motorisches Ausdauertraining. Das gesamte diagnostische sowie therapeutische Spektrum einschließlich invasiver Therapieverfahren wird in der Bewegungsambulanz sowie in der Neurologischen Klinik vorgehalten. Zusätzlich führt die Bewegungsambulanz wissenschaftliche Studien durch.

 

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