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Nur Holzklötze im Kopf: Erlanger infiziert vom Mölkky-Fieber

Bei der offenen Deutschen Meisterschaft kommen in Bruck rund 300 Spieler zusammen - 13.06.2015 06:00 Uhr

Mit Gefühl und Geschick: Roland Weiler (li.) vom Mölkky-Team „Men O’Mölkk“ hat die Kegel anvisiert, das Wurfholz fliegt bereits durch die Luft. Volkmar Pleßer ist als Nächster dran. © Katharina Tontsch


Dieses Spiel beginnt mit einem großen Fragezeichen. Wer zum ersten Mal zusieht, wie erwachsene Männer Holzklötze aufeinander werfen, kann sich nur wundern. Immer wieder bleiben zufällig vorbeischlendernde Zuschauer stehen, schütteln den Kopf und gehen schließlich weiter. Manche allerdings werden neugierig und treten näher. Wenig später sind auch sie infiziert.

Volkmar Pleßer ist es nicht anders ergangen, als er erstmals zugesehen hat beim Klötzchen-Werfen. Der 52-Jährige hatte keine Ahnung von diesem Spiel, den Regeln und der Gefahr, nie mehr davon loszukommen. „Wenn man das Wurfholz mal in der Hand hat, macht es schnell viel Spaß.“ Bei Mölkky geht es um Geschick, Konzentration, Strategie, Teamarbeit und Entspannung. „Wir spielen immer an der frischen Luft.“

Die Regeln sind einfach: Man muss mit einem Wurfholz Kegel treffen und Punkte sammeln (siehe Gelber Kasten). Bei etwas Übung bestimmt die Strategie das Spiel. „Man achtet nicht nur auf sich, sondern versucht, es dem Gegner möglichst schwer zu machen“, sagt Pleßer. Deshalb plant er seine Würfe manchmal schon drei Züge im Voraus. „Allerdings kann der Gegner immer dazwischenfunken.“

In Erlangen und Nürnberg gibt es eine große Gemeinschaft an Mölkky-Fans, organisiert im nicht eingetragenen Verein „Nürnbergin Pölkkyveikot“ (NPV), was frei aus dem finnischen übersetzt heißt „Nürnbergs Holzklotz Brüder“. 2006 hat Horst Neuhoff zusammen mit Arbeitskollegen den Klub gegründet. Heute zählt er rund 60 Mitglieder.

Sie werden an diesem Wochenende dabei sein, wenn die achte offene Deutsche Mölkky-Meisterschaft in Erlangen stattfindet. Auch Teams aus Finnland, Frankreich oder der Schweiz sind eingeladen. 57 Mannschaften, davon zehn von den NPV, haben sich angemeldet, rund 300 Spieler kommen zusammen. „Wir sind eine große Familie“, sagt Neuhoff. Einige Gäste (und auch so mancher Gastgeber) zelten auf der Anlage in Bruck. „Natürlich will jeder gewinnen, aber es geht auch um Spaß.“

Die vergangenen drei Meisterschaften hat das NPV-Team „Men O’Mölkk“ gewonnen. Eine erneute Kampfansage allerdings bleibt im Vorfeld der DMM aus. „Hauptsache, wir verlieren nicht gegen ein anderes Team aus unserem Klub“, sagt Pleßer. In den Vorrundengruppe spielt am Samstag jeder gegen jeden.

„Wir müssen mindestens Achter werden, um weiterzukommen.“ Am Sonntag steigen die K.o.-Duelle bis zum Finale. Die Mölkkyisten (Mölkky-Spieler) freuen sich auf viele Zuschauer. Einige wird’s sicher erwischen. Das Mölkky-Fieber.

Deutsche Mölkky-Meisterschaft: Samstag und Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr, FSV Bruck, Tennenloherstraße 68, Halbfinale und Finale Sonntag ab 14 Uhr, Infos unter www.npv-info.de, aktuelle Bilder gibt es ab Samstagabend unter www.nordbayern.de/erlangen 

KATHARINA TONTSCH

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