Dienstag, 20.11.2018

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Preview in Erlangen: Frederik Götz in "Nirgendwo"

Vom Surfbrett vor die Kamera: Porträt eines Schauspielers - 22.10.2016 18:00 Uhr

Die alte Clique trifft sich mal wieder in der Provinz: Frederik Götz mit Ludwig Trepte (mit Handy, im Hintergrund Ben Münchow und Dennis Mojen) in einer Szene des Kino-Films „Nirgendwo“. © Foto: MaximilianSeibert/Verleih: Polyband Medien


Manchmal sind tatsächlich die Mädchen schuld! Als vor einigen Jahren am Ohm-Gymnasium Schülerinnen bereits vor der Oberstufe eine neue Theatergruppe gründen wollten, sagte die Lehrerin: „Wenn ihr mindestens zwei Jungs findet, die mit dabei sind, machen wir das!“ Einer der Jungs war damals Frederik Götz. Es war eine Entscheidung, die sein Leben gravierend beeinflusst hat. Denn die Schauspielerei wurde zu seinem Beruf. Er studiert am Mozarteum in Salzburg, gehörte zum Ensemble des Schauspielhauses Kiel und spielt in TV-Filmen und -Serien.

Nun sitzt der Endzwanziger im Café des Kinos Manhattan in seiner alten Heimat Erlangen — regelmäßig ist er hier zu Besuch bei seiner Mutter — und erzählt vom Film „Nirgendwo“, der kommende Woche bundesweit startet. An der Seite von bekannten Kollegen wie Jella Haase („Fack ju göthe“) und Ludwig Trepte („Unsere Mütter, unsere Väter“) ist er in diesem Ensemble-Film über die „Generation Y“ zu sehen. Inhalt: Der Student Danny (Trepte) kommt nach dem Tod seines Vaters zurück in seine Heimatstadt „irgendwo im Nirgendwo“. Zu seiner Überraschung findet er in diesem Sommer das Paradies seiner längst vergangenen Jugend und seine alten Freunde (darunter Götz als „Fresi“) wieder.

Mit Vergangenheitsbewältigung will er sich daher nicht beschäftigen. Stattdessen flammt seine alte Liebe zu seiner Jugendfreundin Susu wieder auf. Doch Danny muss lernen, dass er irgendwann loslassen muss, um endlich sein eigenes Leben und seine Träume verwirklichen zu können.

Die Thematik vom Sichaufmachen, um auf eigenen Beinen zu stehen und die Probleme, die daraus resultieren, haben Götz ganz besonders angesprochen. Schließlich finden sich hier viel Parallelen zum eigenen Leben. So hatte er beispielsweise vor eineinhalb Jahren erstmal einen Schnitt nach einer „durchwachsenen Zeit“ mit einer unglaublich hohen Arbeitsbelastung am Theater gemacht. Bei seiner Künstleragentur meldete er sich ab und machte sich zum Durchschnaufen und zum Surfen — seine zweite große Leidenschaft — nach Frankreich auf. Dort erreichte ihn die Nachricht, dass die Möglichkeit besteht, bei einem Kinofilm mitzuwirken. „Ich bekam das Drehbuch und war sofort begeistert. So ein Thema wollte ich schon immer einmal machen.“

Regelmäßig zu Gast in der alten Heimat: Der Schauspieler Frederik Götz vorm Eingang zu den Manhattan-Kinos in Erlangen. © Foto: Harald Sippel


Die Zeit drängte aber, da der Drehstart unmittelbar bevorstand. Eigentlich hätte Götz sofort zum Casting eilen müssen. Da selbst ein Skype-Kontakt nicht möglich war, gab es lediglich ein langes Telefongespräch mit Regisseur Matthias Starte. Götz: „Ich wollte ihn überzeugen, dass ich eine klare Idee von der Rolle habe und der Richtige dafür bin.“ Ein Vorsatz, der aufging. Gedreht wurde anschließend vor allem am Ammersee sowie in München und Frankfurt.

Mit dem Durchschnaufen ist es seitdem natürlich wieder vorbei. Fürs ZDF stand Götz anschließend für eine Rolle im Dreiteiler „Honigfrauen“ in Ungarn vor der Kamera, zudem wirkte er noch in einer Inga-Lindström-Episode mit.

Dabei versucht er stets die Balance zwischen künstlerischen Herausforderungen und Standard-Rollen zu halten: „Meine Philosophie ist: Ich möchte durchs Kunstmachen nicht abhängig sein. Das habe ich von Anfang an schon so gehandhabt. Manche TV-Rollen sind eben auch eine Möglichkeit zum Geldverdienen. Aber wichtig ist mir langfristig, dass ich nicht auf einen bestimmten Typ festgelegt werde.“

Zudem steht er regelmäßig hinter der Kamera und dreht mit Bekannten kleinere Filme. Die Tätigkeit am Theater ruht hingegen. Die Kombination von Theater und Film sei eben schwierig: „Das Theater benötigt dich mit ganzem Leib und ganzer Seele an fast allen Tagen im Jahr.“ 

S. MÖSSLER-RADEMACHER

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