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S-Bahn: Vorerst gibt es keinen 20-Minuten-Takt

Gekippter "Verschwenk" bringt vieles durcheinander - 11.11.2017 19:00 Uhr

Südausgang des Bahnhofs Eltersdorf. © Foto: Harald Sippel


Die erste negative Auswirkung wird eine stark verzögerte Einführung des angestrebten 20-Minuten-Taktes zwischen Nürnberg, Erlangen und Forchheim sein. Über die Bestands-Trasse, die zwischen Fürth und Eltersdorf auf längere Zeit zweigleisig bleiben muss – nur im Stadelner Bahnhof Vach gibt es ein Überholgleis –, ist wegen des Personenregional- und Fernverkehrs sowie der Belegung durch Güterzüge jeweils nur ein kleines Zeitfenster für die S-Bahnen offen und jede Störung wirkt sich auch auf die anderen Zugverkehre aus. Erlangens OB Florian Janik zeigte sich durch die richterliche Klarstellung erleichtert, forderte aber einen möglichst schnellen Baufortschritt: "Für Erlangen ist ein leistungsfähiger Öffentlicher Nahverkehr mit einer starken S-Bahn als Rückgrat ganz bedeutend."

Das zusätzliche (eine) Gleis zwischen der Fürther Regnitz-Brücke und Eltersdorf – ab hier geht es dann mit zwei eigenen S-Bahn-Gleisen weiter Richtung Erlangen und Forchheim – hätte die Bestandsstrecke vom S-Bahn-Verkehr entlastet und einen reibungsloseren Betriebsablauf auf allen Strecken gebracht. Die Stadt Fürth hatte – als eine der Klägerinnen – damit argumentiert, dass der Verschwenk nach den gescheiterten Plänen für ein gemeinsames Gewerbegebiet der drei Ballungsraum-Städte im Knoblauchsland überflüssig sei, der Bund Naturschutz hatte Umweltaspekte geltend gemacht.

Ob die Deutsche Bahn AG nun die notwendige S-Bahn-Trasse entlang der Bestandsstrecke plant oder einen modifizierten "Verschwenk" nachreicht, ist allerdings offen. Durch die lange Verhandlungsdauer vor dem Bundesverwaltungsgericht über zwei Jahrzehnte war die Bahn zeitlich in die Bredouille gekommen, musste sie doch vor allem den Zeitplan für die Fernbahntrasse Nürnberg-Erfurt-Berlin im Auge behalten. Zudem war man im Bahn-Management felsenfest davon überzeugt, dass die Richter im Sinne der bereits abgeschlossenen Pläne des Unternehmens entscheiden würden.

Zwei Trassen

Tatsache ist aber auch, dass einer der Gründe für den Verschwenk die gemeinsame Bauwerkplanung mit einer künftigen Güterverkehrstrasse über Fürth-Kronach war. Die ist zwar Zukunftsmusik, aber bei immensen Investitionssummen in Brücken und Tunnel durchaus nicht ungewöhnlich. Wie hoch der Schaden durch die notwendigen Umplanungen wird, ist ebenfalls unklar.

Gefordert wird nun der schnelle viergleisige Ausbau der Strecke vom Fürther Bahnhof bis zur Regnitzbrücke. Das würde das Nadelöhr der zweigleisigen Trasse auf die Strecke zwischen Regnitz und Eltersdorf verkürzen. Zum 20-Minuten-Takt würde aber auch dies nicht reichen. 

pm

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