Dienstag, 20.11.2018

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Schaufelbagger und Tieflader für die Vitrine

Kalchreuther Firma ist führend bei Baufahrzeug-Modellen - Fast 50 Jahren auf der Spielwarenmesse - 05.02.2009

Ein Spezialfahrzeug für den Bergwerksbau, ein Oldtimer der Firma MAN und ein Kühllaster der Firma Linde. Günther Conrad und seine Tochter Christine präsentieren in ihrem Schauraum einen Teil der Neuheiten. © Manuela Meyer


Die Firma Conrad aus Kalchreuth ist auf der Spielwarenmesse Nürnberg ein alter Hase: Seit 50 Jahren stellt sie ihre Modelle bereits zur Schau. Allerdings mit einer zweijährigen Unterbrechung in den Anfangsjahren, deshalb wird sie heuer nur für 40 Jahre Treue zur Messe geehrt.

Fast 100 Quadratmeter groß ist der Stand, bis zu sechs Mitarbeiter kümmern sich um die internationale Kundschaft.

Modellbau ist das Geschäft der Kalchreuther Firma, die Ludwig Conrad, der Vater des derzeitigen Firmeninhabers Günther Conrad, vor 53 Jahren gegründet hat. Selbst die Nachfolge ist mit einem Sohn und einer Tochter, die bereits im Familienunternehmen mitarbeiten, gesichert.

1200 verschiedene Modelle

Über 1200 verschiedene Modelle haben im Lauf der Jahre die Fertigungshallen im Kalchreuther Ortsteil Röckenhof verlassen. Jährlich kommen rund 20 Neuheiten dazu.

Lkw, Tieflader, Baufahrzeuge wie Betonmischer oder Bagger, Gabelstapler. Dazu auch reine Industrieprodukte wie Druckmaschinen oder Fertigungsroboter. Die meisten im Maßstab 1:50.

Und Kräne, immer wieder Kräne. Die beiden größten Modelle stehen im Eingangsbereich des Firmengebäudes. Jeder rund vier Meter hoch. «Zu groß für die meisten Sammler, Wer hat schon so hohe Räume», scherzt Firmeninhaber Günther Conrad. Es sind maßstabsgetreue Nachbauten der von der Industrie als maximale Höhe angegebenen Originale.

Die Aufträge für die Modelle kommen meist von den Herstellern der Originalfahrzeuge. Diese verschenken die Conrad–Modelle gerne bei der Präsentation ihrer Neuheiten. Entsprechend bekommen die Kalchreuther die Konstruktionspläne für die «Erlkönige» der Nutzfahrzeuge und Baumaschinen. Und unterliegen damit selbstverständlich strengster Geheimhaltung.

Vier bis sechs Monate dauert es, bis aus dem Konstruktionsplan ein fertiges Zinkgussmodell entstanden ist. Mit allen Details der «echten» Vorbilder, wie bewegliche Kippvorrichtungen an Lkw-Ladepritschen, schwenkbare Düsen für den Betonmischer oder lenkbare Kranausleger. «Auf diese Detailgenauigkeit legen Sammler großen Wert», so der Firmenchef.

Bis zu einer halben Million Euro kostet die Form für ein neues Modell, wie beispielsweise einen Kran. Bei einer Stückzahl-Produktion von nur wenigen Tausend eine ziemlich hohe Investition. Dabei bleibt das Geld aber sozusagen in der Familie: Die Formen für die Druckgussmodelle baut Bruder Jürgen in dessen Eckentaler Firma.

Bis zu 900 Euro zahlen Sammler im Internet-Auktionshaus Ebay für ein Conrad-Modell, beispielsweise den Liebherr R 996 Bagger. Einsteigermodelle sind aber auch schon ab elf Euro zu bekommen. Fündig wird man außer im Internet auch bei ausgesuchten Spielwarenhändlern oder auf Modellbörsen.

Rund um den Globus

Conrad-Modelle stehen in Wohn- und Arbeitszimmern rund um den Globus. Von Australien über Malaysia bis Russland reichen die Kundenkontakte. Der Schwerpunkt der fränkischen Firma, die noch eine kleine Produktion in Tschechien hat, liegt allerdings in Westeuropa.

«Die Spielwarenmesse hat sich gewandelt», sagt der 57-Jährige. Von einer Ordermesse zur Kontaktbörse. «Die meisten Kunden kommen jedes Jahr zu uns an den Stand», sagt Günther Conrad. «Das ist bei manchen schon fast so etwas wie ein Familientreffen.» 

Manuela Meyer

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