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Schon 15 Mal wurde Pfosten in Neunkirchen umgefahren

Der Neunkirchener Bauaussschuss suchte nach Lösungen für die schwierige Parksituation — Trafostation steht im Weg - 14.06.2018 18:30 Uhr

Ein besonderer Gefahrenpunkt, der behoben werden soll, ist in Neunkirchen die kritische Ecke (links) an der Goldwitzerstraße. © Pauline Lindner


Erster Punkt ist die Parksituation für Friedhofsbesucher. Bislang gibt es nur acht Parkplätze vor einem Stück der Stadtmauer, aus denen rückwärts in die vielbefahrene Straße ausgefahren werden muss. An die Mauer gebaut ist eine Trafostation, deren Versetzung technisch zwar möglich ist, aber auf mindestens 50 000 Euro käme. Durch den Abriss der Scheune an der Einmündung der Hirtengasse will der Markt das entschärfen.

Dazu stellte Christian Dremel vom Planungsbüro Höhnen und Partner zwei Entwürfe vor, bei denen bis zu 22 Parkplätze geschaffen werden können. Beide fanden nicht die Zustimmung der Ausschussmitglieder, obwohl das Reststück der Mauer dabei erhalten bleibt. Beide Varianten behalten die Rückwärtsparkplätze bei. Bei der ersten werden sogar noch etliche mehr geschaffen. Das entfällt bei der zweiten; Hier muss aber eine zweite Zufahrt wenige Meter neben der Einmündung der Hirtengasse gebaut werden.

Tiefgarage ist geplant

Besonders Bettina Wittmann (Grüne) sah dabei die Verkehrsgefahren nicht vermindert. Noch dazu, weil in der benachbarten Polstergasse demnächst die Einfahrt einer Tiefgarage entsteht und auch diese Einmündung in die Friedhofstraße stärker frequentiert wird. Ihrer Ansicht nach sollte auch die Verkehrspolizei die Umbaupläne begutachten.

Zweitem Bürgermeister Martin Mehl (CSU) genügte der Erhalt des Mauerrests nicht. Er verwies auf einen Ratsbeschluss von 2014, beim Abriss der Scheune das Mauerstück Richtung Schäferhaus zu verlängern. Dessen Westwand scheint ein Teil der mittelalterlichen Marktbefestigung zu sein. Er entwickelte eine Möglichkeit die Parkflächen anzufahren, ohne rückwärts in die Friedhofstraße rangieren zu müssen. Der vorhandene Gehweg hinter der Scheune in der Hirtengasse soll danach die Zufahrt bilden, die Parkschleife mündet dann wieder in die Hirtengasse ein und von dort aus in die Friedhofstraße. Ein Problem bei dieser Idee ist aber eine Engstelle von nur etwa vier Metern in der Hirtengasse.

Kompromiss vorgeschlagen

Karl Germeroth (FW) schlug als Kompromiss, um Parkflächen nicht zu verlieren, einen "versetzten" Maueraufbau vor, so dass von beiden Seiten dort geparkt werden könne. Martin Walz (CSU) genügte dagegen eine Darstellung der Mauerhistorie — vermutlich eine Nachzeichnung ihres Verlaufs auf dem Boden. Zur höheren Verkehrssicherheit riet er zu nur einer gut sichtbaren Querung vom Parkgelände zum Friedhofstor.

Der Ausschuss beauftragte die Planer, die Anregungen einzuarbeiten und einen neuen Entwurf dem Marktrat vorzulegen. Unmittelbar gegenüber befindet sich das nächste "Kummerkind" Neunkirchens, die schadhaften Wasser- und Abwasserleitungen in der Goldwitzerstraße. Zusammen mit diesen dringlichen Arbeiten soll auch die Straßenoberfläche verbessert werden.

Ein besonderer Gefahrenpunkt ist dabei der leichte Knick der Friedhofstraße exakt im Einmündungsbereich. Und genau dort führt der wichtigste Schulweg aus dem Ortsnorden zur Grundschule. 15 mal, so berichtete der Eigentümer des Eckgrundstücks, wurde sein Zaunpfosten schon umgefahren, bis die rotweißen Pfosten einer Sperrkette auf die Gefahrenstelle aufmerksam machten.

Die Planer schlagen für die Goldwitzerstraße einen einseitigen Gehweg auf der Friedhofsseite vor. Dadurch könnte an einigen Stellen die Fahrbahn für Begegnungsverkehr größerer Autos verbreitert werden, auch an der Engstelle der Leichenhalle. Es bringt aber mit sich, dass die Schulkinder auf Höhe des Friedhofstores die Goldwitzerstraße queren müssen. Zu ihrer Sicherheit soll auf jeden Fall der Gehweg mit einem Hochbord ausgestattet werden.

Dritter Bürgermeister Andreas Pfister (SPD) hatte vor der Ausschusssitzung dem Gremium mitgeteilt, dass die Finanzierung dieses Vorhabens noch ungeklärt ist. Im Finanzplan sind dafür eine Million Euro eingestellt; das Vorhaben wird aber etwa 1,7 Millionen kosten. Zudem entfallen die Ausbaubeiträge der Anlieger. Deshalb beschränkte sich der Ausschuss darauf, nur die technische Seite zu billigen.

Massive Schäden

Vertagen musste das Gremium eine Entscheidung, ob im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Maßnahmen auch die Friedhofstraße vom Forchheimer Tor bis zum Erlachweg erneuert wird. Die Straße hat massive Schäden, nicht zuletzt bedingt durch den früheren Schwerverkehr. Es muss nicht nur die obere Asphaltschicht, sondern im weiten Teil auch der Unterbau erneuert werden.

Walz kritisierte, dass dieser Punkt in den Haushaltsberatungen hätte angesprochen werden müssen. Nach Aussage der Verwaltung wurde das Sanierungsvorhaben im Januar angemeldet, hätte also noch einfließen können.

Noch dazu, weil dies nach übereinstimmender Ansicht eines der dringlichsten Projekte des Marktes sei. Für den CSU-Mann ist es eine wesentliche Frage, wie oft man die Friedhofstraße sperren müsse.

Enttäuscht zeigte sich Germeroth über den Festzuschuss des Staatlichen Bauamts von nur 53 830 Euro. Hier will die Verwaltung nachverhandeln. Für Bürgermeister Heinz Richter (FW) ist das entscheidende Zeitkriterium für die ganzen Vorhaben, die wegen der Straßensperrungen gebündelt werden sollen, wann die Planfeststellung für die Westumfahrung von Neunkirchen erfolgen wird. Diesem Argument schloss sich der Ausschuss einstimmig an und vertagte die weitere Behandlung. 

PAULINE LINDNER

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