Donnerstag, 15.11.2018

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Schutzmauern gegen Hochwasser in Erlangen geplant

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes spricht im Umweltausschuss - 11.12.2014 06:00 Uhr

Die vorhandenen Schutzanlagen aus Spundwänden im Bereich Essenbacher Brücke sind in die Jahre gekommen und stellenweise angerostet. Sie gelten als nicht mehr standsicher und müssen ersetzt werden. © Harald Sippel


"Hochwasserschutz ist definitiv nötig", stellte der Fachmann aus Nürnberg mit Blick auf das erfasste Überschwemmungsgebiet fest. Eine Untersuchung hat ergeben, dass bei einem "hundertjährlichen Hochwasserereignis" doch größere Siedlungsbereiche einfach überflutet werden. Betroffen wären dann vor allem die Gebiete im Bereich der Jahn- und Haagstraße sowie im Bereich der Bayreuther und Essenbacher Straße.

Die dort schon vorhandenen Schutzanlagen wären allerdings nicht ausreichend, um das Hochwasser sicher zu bändigen. Zudem sind jene Anlagen aus Spundwänden und Sandsteinmauern längst in die Jahre gekommen, sind stellenweise angerostet, teils nicht mehr standsicher und müssen ersetzt werden. Letztlich seien an vielen Stellen Bauten ganz unterschiedlicher Art nötig, um für ein solch anvisiertes "Hochwasserereignis" entsprechend gewappnet zu sein.

Beton-Bohrpfahlwand im Gespräch

Ein neuralgischer Punkt in der Gesamtplanung ist beispielsweise der Uferverbau westlich der Essenbacher Brücke. Dort soll hinter den vorhandenen Uferwänden eine sogenannte Beton-Bohrpfahlwand eingebaut werden, auf die späterhin der eigentliche Hochwasserschutz aufgepflanzt wird. Dazu muss jedoch auf private Grundstücke zurückgegriffen werden. "Gespräche mit den Besitzern wurden bereits geführt", so Fitzthum. Dabei kam man überein, dass die Anlieger für den Einbau der Betonwand einen ein Meter breiten Uferstreifen kostenlos an die Stadt abtreten.

Nicht hoch genug, um ein Hochwasser abzuwehren, sind unter anderem auch die Deichanlagen entlang der Südseite des Schwabachufers. Daher sei dort eine Erhöhung erforderlich. Ins Auge gefasst wird eine Mauer, die je nach Lage zwischen zehn und 64 Zentimeter hoch ist. Anbieten würde sich auch hier eine Stahlbetonmauer, hieß es.

Entlang des Bahngeländes ist eine Stützmauer - ebenfalls aus Stahlbeton - mit einer Höhe zwischen 1,10 und 1,80 Meter vorgesehen. Durch eine Bepflanzung oder direkten Efeu-Bewuchs könne das Bauwerk kaschiert und optisch etwas freundlicher gestaltet werden, so dass sich das Ganze schön in die Landschaft einfügen kann, so Fitzthum.

Ausgeklügelte Baulösungen

Dergleichen Maßnahmen sind noch etliche vorgesehen. Bei Ulrich Fitzthums "Serviervorschlägen" und all den ausgeklügelten Baulösungen spielen Betonmauern und -mäuerchen eine tragende Rolle. Der Hochwasserexperte machte aber auch gleich deutlich, dass es hier eine "Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten" gibt, über die natürlich noch ausgiebig diskutiert werden kann, was die Ausschussrunde sichtlich beruhigt zur Kenntnis nahm.

Nach Vorgaben des "Hochwasserschutz-Aktionsprogrammes 2020" des Freistaates muss sich die Stadt mit 50 Prozent an den Kosten beteiligen. Zu diesem Behuf hat der Stadtrat bereits 2009 eine Million Euro in den Haushalt eingestellt.

Laufen nun alle Vorbereitungen, Verfahren und Ausschreibungen in 2015 weitgehend nach Plan, werden wohl "in einem Jahr die Bagger rollen", so der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes. 

Rainer Wich

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