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So bunt sieht der Sommer an der Erlanger Uni aus

In der vorlesungsfreien Zeit geht die Arbeit für viele erst richtig los: Konferenzen, Exkursionen, Grabungen und Kinderbetreuung - 10.08.2015 06:00 Uhr

Im Kinderferienprogramm haben Jungen und Mädchen leckere Pralinen hergestellt.

Im Kinderferienprogramm haben Jungen und Mädchen leckere Pralinen hergestellt. © Edgar Pfrogner


Außergewöhnliche Veranstaltungen, Spiele und ganz viel Spaß stehen in der Ferienbetreuung der Friedrich-Alexander-Universität im Vordergrund. Den Kindern ist von Polizei- und Museumsbesuchen über Tanzworkshops hin zu zum Musikvideodreh eine Menge geboten. Annika Knoop, Diplom Pädagogin und Leiterin der Betreuung betont, dass gerade in den Ferien die Kinder etwas Besonderes erleben sollen. Dafür gibt es jede Woche ein neues Motto. Die Grundschulkinder dürfen zum Beispiel Pralinen selber herstellen. Strahlende Kinderaugen und schokoladenverschmierte Gesichter zeugen von einer Menge Spaß. Nach fleißigem Zerhacken und Schmelzen der Schokolade dürfen die Kinder ihre Köstlichkeiten nach Belieben dekorieren. Mit bunten Streusel und Schokolinsen verschönern die Kleinen ihre Pralinen. Am Ende des Tages werden die Mitbringsel den stolzen Herstellern mit nach Hause gegeben. Die Betreuung richtet sich an Kinder zwischen drei und 14 Jahren, die in altersgerechte Gruppen unterteilt werden.

 Die anstrengende Zeit ist für Professor Friedrich Lösel, Emeritus am Lehrstuhl der Rechtspsychologie, gerade vorbei. Er organisierte die Konferenz „Psychology & Law“. Diese fand Anfang August im Bildungszentrum in Nürnberg statt Die Organisation dafür beginnt eigentlich schon ein Jahr vorher, jedoch liefen die Vorbereitungen in den Semesterferien auf Hochtouren. 450 Teilnehmer aus Europa, den USA und Asien mussten untergebracht und betreut werden. Aber auch nach der Konferenz hört die Arbeit für Herrn Lösel nicht auf. Der Emeritus arbeitet nun an seinen eigenen Publikationen und Buchbeiträgen weiter.

Die Anglistikstudentin Franziska Sponsel sucht während der heißen Tage Zuflucht in der Bibliothek. Sie steht kurz vor ihrem Staatsexamen. Der Druck ist groß: Ende August muss sie sieben Prüfungen in zwei Wochen absolvieren. Dafür lernt die Erlangenerin ohne Ausnahme sieben Tage die Woche und sieben Stunden pro Tag. Die vorlesungsfreie Zeit eignet sich dafür am Besten. Im Schlossgarten lernen hat sie auch schon probiert, doch bei über 30 Grad lässt es sich selbst im Schatten nicht konzentrieren, sagt Franziska. Der Hitze versucht sie durch kalte Fußbäder und Duschen zu trotzen. Ebenfalls legt die selbsternannte Nachteule ihre Lernstunden bevorzugt in den späten Abend, um den warmen Temperaturen zu entgehen.

Wer meint bei einer Exkursion lassen sich Urlaub und Arbeit verbinden, der hat falsch gedacht. Urlaubsreif ist man wohl eher danach, stimmt Fred Krüger, Professor der Geographie, zu. Krüger und sein Kollege Professor Ruprecht Bäumler organisieren in der vorlesungsfreien Zeit eine Exkursion in die USA. Masterstudierende der Geographie machen sich während des Semesters mit dem theoretischen Hintergrund bekannt, anschließend wird das Erlernte bei der Exkursion in die Praxis umgesetzt. In den USA sollen diesen Sommer Detroit und Chicago besucht werden. Dort betrachten sie nicht nur die Stadtgeographie und die Architektur, sondern tauschen sich mit Experten und Menschen, die dort leben, aus. Ziel dieses wesentlichen Ausbildungsteils ist, Studenten die sozialen Konflikte sowie die Lebensbedingungen der Einheimischen näher zu bringen. Dabei haben die Studenten kaum Freizeit, sieben Tage die Woche wird intensiv geforscht. Es gibt höchstens mal einen halben Tag frei, erklärt Krüger augenzwinkernd, dafür lernten die Studenten eine Menge.

Wo andere Urlaub machen, gehen die Studenten der Archäologischen Wissenschaften bei „Grabungen im Feld“ der Geschichte nach. Andreas Maier, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte, übernimmt die Organisationen dieser Grabungen. Für ihn geht der Betrieb in der vorlesungsfreien Zeit erst richtig weiter. Nun kann er sich auf die Feldarbeit und seine eigene Forschung konzentrieren. Es gibt viel zu tun. Maier erzählt, dass eine Grabung minutiös dokumentiert werden muss. Das gefundene Material muss katalogisiert, gesäubert, fotografiert und gezeichnet werden. Da sich die Veranstaltung auch an unerfahrene Jungarchäologen richtet, muss immer jemand da sein, der den Überblick behält und die Vermessungsgeräte bedient.

Die Dauer einer Grabung beträgt durchschnittlich sechs bis acht Wochen. Zwar wechseln sich die Betreuer mit der Leitung ab, doch Zeit, sich auf die faule Haut zu legen, bleibt kaum.
  

RICARDA BARF

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