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Söder bremst sich auf JU-Landesversammlung ein

Finanzminister heizt Personaldebatte an und tritt gleichzeitig auf die Bremse - 05.11.2017 12:00 Uhr

"Die Lage ist mehr als ernst", sagte Finanzminister Markus Söder am Sonntag bei der Landesversammlung der Jungen Union in Erlangen. © Daniel Karmann/dpa


Es ist ein eher braver, bisweilen sehr sprunghafter Ritt durch das CSU-Programm und das, was aus seiner Sicht politisch in den nächsten Jahren im Freistaat durchgesetzt werden muss: Profil der Partei gegen die AfD schärfen, Bundestags-Wahlergebnis annehmen und ernsthaft diskutieren, Zuwanderung begrenzen, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei stoppen, Wohnungsnot in Ballungsräumen beheben, weiter für solide Finanzen sorgen, Digitalisierung voranbringen, Bürokratie abbauen, mehr innere Sicherheit, Brauchtum pflegen, ländlichen Raum stärken.

Dann folgen ein paar Sätze, wohlkalkuliert und für die Kameras, wie Söder selber sagt. Personaldebatten in der CSU müssen bis nach den Sondierungsgesprächen in Berlin warten, dann aber ohne "persönliche Dinge und Eitelkeiten" geführt werden, um "die beste Formation" für den Landtagswahlkampf 2018 zu finden. Wie beim Fußball seien auch in der Politik "starke Einzelspieler" und "Mannschsaftsgeist" nötig. "Für jede vernünftige Lösung reiche ich die Hand, denn nur gemeinsam können wir erfolgreich sein", so Söder.

Am Abend zuvor hatte das noch anders geklungen. Dort hatte Söder die Forderung der bayerischen Jungen Union nach einem personellen Neuanfang in der CSU, den Frust, der hier über Horst Seehofer teilweise herrscht, befeuert. "Es gibt immer mal wieder in der Geschichte der Union Landesversammlungen, an denen wir nicht vorbeigehen können. Die haben eine Wirkung", sagte Söder mit Blick auf die Forderung, nicht mit Seehofer an der Spitze in den Wahlkampf zu ziehen, was den bayerischen Ministerpräsidenten verärgert hat.

Großer Respekt vor Junger Union

Damit schade die JU den Sondierungsgesprächen, so Seehofer, der seinen Auftritt in Erlangen zur Verärgerung vieler JUler abgesagt hatte. Söder erklärte am Samstagabend, dass der großen Respekt vor dem "Mut" der Jungen Union habe. "Das ist einen Landesversammlung und es ist eine Junge Union, die zeigt Rückgrat in der Partei. Meinen Respekt davor, toll gemacht." Söder war selber acht Jahre lang Vorsitzender der Jungen Union in Bayern.

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Am Sonntag beschwor er den Teamgeist. "Es geht nur im Team." Dinge müssten allerdings ausdiskutiert werden und Einzelpersonen kritisch hinterfragt werden, was seine Person aber einschließe. Tatsächlich ist Söder auch bei der JU alles andere als unumstritten. Bei seinem Auftritt am Samstag blieben die Vertreter des Bezirks Oberbayern während eines Applauses sitzen, was im Anschluss dem Vernehmen nach für Verärgerung bei Söder sorgte. 

Arno Stoffels

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