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Solaranlage in Bubenreuth ohne Bürger

Beteiligung der Genossenschaft an der Anlage ist letztendlich aus Kostengründen gescheitert - 31.12.2017 17:00 Uhr

Die Flächensolaranlage in Bubenreuth zwischen Bahn und Staatsstraße wird nun doch nicht von der Bürgerenergiegenossenschaft in der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt (EWERG) übernommen. Sie ist schlichtweg zu teuer. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


"Wir haben das Projekt über zwei Jahre mit begleitet und in vielen Gesprächen und Verhandlungen versucht, die gewünschte Bürgerbeteiligung umzusetzen", schreibt der Vorstand der EWERG, Dieter Emmerich, in einer Pressemitteilung. Letztendlich sei es aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht möglich gewesen, die Westfläche der Photovoltaik-Anlage zu übernehmen. Dabei sei er stets optimistisch gewesen dass es klappt, zumal auch die Gemeinde Bubenreuth das Projekt unterstützt hatte.

Erst vor kurzem noch hatte Arne Radl von der Hamburger Firma Enerparc, die die Solaranlage baut und betreibt, während der Bubenreuther Bürgerversammlung für eine Bürgerbeteiligung geworben. Die wird es nun aber nicht geben.

Das ist auch ein ziemlicher Schlag ins Kontor für die Gemeinde Bubenreuth, die seit langem Werbung macht für eine Beteiligung der Bürger. Wie Dieter Emmerich während der Bürgerversammlung sagte, habe die Gemeinde sogar schon Anteile gezeichnet. Bürgermeister Norbert Stumpf sagt, er könne die Entscheidung "kaufmännisch nachvollziehen", und ergänzt: "Wir können erst einmal stolz sein, dass wir über 50 Prozent unseres Verbrauchs in unserem Gebiet über diese Anlage generieren können".

636 000 Euro wollte die EWERG dem Vernehmen nach für den Kauf der Anlage ursprünglich ausgeben. Wenn die Sonne genügend scheint soll sie 734 000 Kilowattstunden pro Jahr produzieren. In einem Gespräch mit den Erlanger Nachrichten zeigte sich Emmerich enttäuscht darüber, dass das Projekt nun "in die Hose gegangen ist". Anfänglich hätten die Zahlen sehr gut ausgesehen, sagte er. Dann habe es von der Enerparc aber eine Preiserhöhung gegeben. "Ich habe das nicht ganz nachvollziehen können", sagte Emmerich. Man sei dadurch zwar leicht unter die Renditemarke von vier Prozent gerutscht, die sich die Genossenschaft einmal als unterste Grenze vorgegeben hatte. Ausnahmsweise hätte man das aber akzeptieren wollen.

Dann jedoch habe die Enerparc den Preis ein zweites Mal erhöht. Da die Rendite dann noch weiter gesunken wäre, habe man von dem Projekt Abstand genommen. Allerdings habe das Hamburger Unternehmen angeboten, an einem anderen Standort eine Solaranlage zu besseren Konditionen zu entwickeln. Arne Radl von dem Hamburger Unternehmen sagte den Erlanger Nachrichten auf Anfrage, es gebe "gewisse Gründe dafür, dass das Projekt etwas schwierig" sei. Er bestätigt, dass die Enerparc der EWERG angeboten hat, bei einem anderen Projekt in der Region zusammen zu arbeiten. "Wir sind willig für die EWERG etwas zu tun". Er erwarte dazu noch eine Antwort von Dieter Emmerich, findet es aber unglücklich, dass das Thema in die Öffentlichkeit getragen wurde.

"Da die Übernahme nicht zustande kommt können wir momentan keine Zeichnungswünsche annehmen", teilt Dieter Emmerich mit. Wer sich von der bereits bestehenden Interessentenliste wieder streichen lassen möchte, könne sich direkt an die Ewerg wenden. Bei der Gemeinde Bubenreuth, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat bedankt Emmerich sich ausdrücklich für die Unterstützung. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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