Mittwoch, 19.12.2018

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Uttenreuth: Deich schützt Dorf

Alternativer Hochwasserschutz statt Rückhaltebecken - 27.09.2013

In der Habernhofer Mühle heißt es bei Hochwasser in Uttenreuth als erstes „Land unter“ wie im Mai. © Schreiter


Armin Binder vom Ingenieurbüro Winkler und Partner aus Stuttgart präsentierte den Räten verschiedene Varianten für die Umsetzung eines Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzeptes in Uttenreuth. „Planspiele“ hätten ergeben, dass bei einem Hundertjährigen Hochwasser in Uttenreuth rund 60 Gebäude (Häuser, Scheunen und sonstige Gebäude) betroffen seien, so Binder. In Euro ausgedrückt würde der zu erwartende Gesamtschaden hier zwischen 300000 und 500000 Euro liegen.

Das Schadenspotenzial sei zu gering um kostenintensive Rückhaltebecken zu bauen, so der Planer. Die reinen Baukosten für ein Rückhaltebecken für den Weiherbach mit einem Volumen von rund 22000 Kubikmeter würden bei rund 1,1 Millionen Euro liegen, die Kosten für ein Rückhaltebecken für den Uttenreuther Graben mit einer Kapazität von 16000 Kubikmeter bei rund 1,2 Millionen Euro Baukosten. Hinzu kämen jeweils Grunderwerb und Baunebenkosten.

Planer Binder sieht die summierten Gesamtkosten für den Bau von zwei Rückhaltebecken als unwirtschaftlich an. Gegen die Variante mit den Rückhaltebecken sprächen auch die hohen laufenden Unterhaltungskosten für diese Investition. Diese lägen pro Jahr bei 10000 bis 20000 Euro. „Wir bauen gerne für sie Rückhaltebecken, aber ich denke, es muss auch der wirtschaftliche Faktor betrachtet werden“, so Binder.

Als Alternative zeigte er dem Gremium den Bau eines Deiches auf, der die betroffenen Gemeindeteile schützen soll. Hinzu komme noch, dass das Wasserwirtschaftsamt nur die wirtschaftlichste Lösung mit Zuschüssen fördere und wirtschaftlich sei eindeutig der Bau eines Deiches.

Hohe Zuschüsse

Die Gemeinde Uttenreuth kann hier – nach Aussage des Wasserwirtschaftsamtes — mit Zuschüssen von 50 bis 75 Prozent der Baukosten rechnen. Beim Bau eines Deiches würden die Kosten bei einer Bruttosumme von 190000 Euro (reine Baukosten) liegen. Hinzu würden die Baunebenkosten und eventuell Grunderwerb kommen; alles in allem aber deutlich günstiger als der Bau von Rückhaltebecken. Kostenminimierend könnte sich auswirken, wenn die benötigte Fläche für den Deich nicht gekauft, sondern als eine Grunddienstbarkeit erworben würde.

Weil es sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung lediglich um einen Informationsvortrag handelte, muss der Gemeinderat nun darüber beratschlagen, mit welcher Variante man nun weiter voran geht, um in der Gemeinde Uttenreuth ein Hochwasserschutzkonzept zu implementieren.  

ALEXANDER HITSCHFEL

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