Mittwoch, 12.12.2018

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Viele gute Ideen bei "Radlerhearing" in Erlangen

Bürger diskutierten über Radverkehr und Verbesserungsmöglichkeiten - 11.10.2016 17:00 Uhr

Zu den Positivbeispielen für die Radwegführung in Erlangen zählt unter anderem die Fahrbahnmarkierung in der Oberen Karlstraße. © Klaus-Dieter Schreiter


„Die Möglichkeiten, die Verkehrssituation zu verbessern, sind begrenzt in einer Barockstadt wie Erlangen“, machte Oberbürgermeister Florian Janik zu Beginn der Veranstaltung klar. Man wolle mit den bislang gemachten Vorschlägen aus der Verwaltung keine Empörung verursachen sondern das Beste für die Stadt. Darum sollten während der Veranstaltung Themen angesprochen werden, die immer wieder diskutiert würden. Das waren vor allem der Radverkehr auf Fahrbahnen und die Radwegebenutzungspflicht sowie die Radverkehrsführung in Einbahnstraßen.

Die Veranstaltung wurde professionell moderiert von Thiemo Graf vom Institut für innovative Städte, aktuelle Informationen gaben zunächst Martin Grosch und Thomas Laubensdörfer von der Abteilung Verkehrsplanung. Grosch konzentrierte sich auf die Freigabe von Einbahnstraßen für den Radverkehr. Er konstatierte unter anderem, diese Maßnahme fördere den Radverkehr insgesamt, sorge für eine bessere Erreichbarkeit von Wohnungen und Geschäften und sei zudem ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Auch die Straßenverkehrsordnung sehe inzwischen das Befahren von Einbahnstraßen durch Fahrradfahrer in Gegenrichtung vor, erläuterte er. Allerdings setze das unter anderem eine übersichtliche Streckenführung, ausreichende Begegnungsbreite und, falls erforderlich, die Anlage eines Schutzraumes für die Pedalritter voraus. Positives Beispiel sei die Radwegführung entgegen der Einbahnstraße in der Oberen Karlstraße.

Thomas Laubensdörfer sagte, es sei nicht das Ziel, die Fahrradfahrer immer auf die Straße zu bekommen. Viele Bordsteinradwege aber seien zu schmal und unsicher. Die mittlere Unfallrate sei auf Radwegen wesentlich höher als auf Radfahrstreifen oder Schutzstreifen. „Fahrradfahrer müssen sich wohl fühlen“, sagte er und kündigte an, dass darum beispielsweise auch der Radweg in der Schillerstraße umgestaltet werden soll.

Nach den Impulsreferaten der beiden Fachleute waren die Gäste gefordert. Eine Dreiviertelstunde lang konnten sie in sieben Gruppen für vorgegebene Themenstellungen Lösungen entwickeln. Dabei waren die Anforderungen von Schulkindern und ihren Eltern ebenso zu betrachten wie die von Fahrern von Pedelecs sowie die von Fahrrädern mit Anhängern. Auch über die Situation von Senioren und Wiederanfängern sowie von Fußgängern und Autofahrern sollte nachgedacht werden.

Bei der anschließenden Präsentation der Ergebnisse gab es interessante Ansätze. So wurden eine schnelle Ost-West-Fahrradverbindung und die Freigabe der Friedrichstraße entgegen der Fahrtrichtung vorgeschlagen sowie die „Grüne Welle“ für Fahrradfahrer und eine klare und deutliche Trennung zwischen Rad- und Fußweg. Weil es große Geschwindigkeitsunterschiede bei den Pedalrittern gibt, wurden auch verschiedene Geschwindigkeitsbereiche empfohlen. Zudem müsse den Pedelecs und Lastfahrrädern mit breiteren Radwegen Rechnung getragen werden. Uir besseren Sicht sei der Rückschnitt von Grün notwendig. Eine bessere Überwachung des Radverkehrs mit Sanktionen wurde auch gefordert.

Die Ergebnisse sollen nun dokumentiert und ins Internet der Stadt gestellt werden.

Die Verwaltung werde sie aber nicht einfach ad acta legen, sondern weiter damit arbeiten, Priorisierungen vornehmen und versuchen, das Radwegenetz weiter zu verbessern, versprach der Oberbürgermeister. Man werde auch in Zukunft weiter in das Radwegenetz investieren. „Das ist sehr gut angelegtes Geld.“ 

KLAUS–DIETER SCHREITER

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