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Mittwoch, 18.07.2018

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Vom Bewegungspark bis zum Schutz vor Einbrechern

Der neue Seniorenbeirat von Neunkirchen will nach der Sozialraumanalyse konkrete Projekte angehen — Enger Kontakt zur Gemeinde - 29.03.2018 15:00 Uhr

Gisela Norbach (rechts), Vorsitzende des Neunkirchener Seniorenbeirats, und Stellvertreterin Barbara Kalpen gehen das Konzept durch, das bei einem Workshop erarbeitet wurde. © Foto: Scott Johnston


Als Seniorenbeauftragte hat Gisela Norbach eine Mittlerfunktion zwischen den Bürgern, dem Gemeinderat und der Verwaltung übernommen. Gemäß der verabschiedeten Satzung ist sie gleichzeitig Vorsitzende des Beirats, mit dem die Arbeit auf eine breitere Basis gestellt wird.

Zu ihrer Stellvertreterin wurde Barbara Kalpen gewählt, die als Gerontologin nicht nur viel Fachwissen mit einbringen kann, sondern auch Mitglied beim Kreisseniorenring ist. Dieser vermag Anträge an den Kreistag zu richten und steht in regem Austausch mit dem Landratsamt.

Insgesamt besteht der Neunkirchener Seniorenbeirat aus 16 Mitgliedern. Neben Vertretern der Kirchengemeinden, der Caritas, der Kolpingfamilie, der beiden Ortsverbände des VdK, der örtlichen Agenda-21-Gruppe und des Vereins "Miteinander & Füreinander" gehören ihm auch fünf Bürger im Alter von mindestens 60 Jahren an.

Die Zusammensetzung macht deutlich, dass Vernetzung ein zentrales Anliegen des Gremiums ist. So sollen bestehende und künftige Angebote koordiniert sowie das gerade bei den Fachkräften vorhandene Know-how optimal mit eingebunden werden.

Der Trend geht laut Gisela Norbach dahin, dass ältere Menschen möglichst lange in ihrer Wohnung leben können. Hierauf sollte entsprechend eingegangen werden.

Schließlich sei es für die Senioren wichtig, dass sie nicht weitgehend zuhause bleiben und einen Großteil ihrer Zeit vor dem Fernseher verbringen, sondern etwas unternehmen, damit sie möglichst lange geistig und körperlich fit bleiben. Zur Unterstützung sind Vorträge zu Themen wie der Schutz vor Einbrechern und Betrügern, Gedächtnistraining, Online-Banking, Gesundheit oder die seniorengerechte Gestaltung des eigenen Heims, aber auch Computer-Kurse denkbar. Angehörige von Pflegebedürftigen stellen gleichfalls eine Zielgruppe dar.

Um eine verlässliche Grundlage für künftige Planungen zu haben, wurde für Neunkirchen eine Sozialraumanalyse erstellt, deren Ergebnisse jetzt ausgewertet werden. Zu den untersuchten Bereichen zählen unter anderem die Wohnsituation, die medizinische Versorgung, die Einkaufsmöglichkeiten, die Infrastruktur und das Sport- und Kulturangebot. Im Zuge der konstituierenden Phase hat der Seniorenbeirat außerdem einen Workshop durchgeführt, um die Aufgaben der nächsten Zeit abzuklären.

Wenn es darum geht, bei Wegen und öffentlichen Gebäuden auf Barrierefreiheit zu achten, profitierten auch andere Generationen davon, betont Barbara Kalpen: "Wer einen Kinderwagen schieben muss, freut sich über jede Erleichterung genauso."

Und ein Bewegungspark wäre sicherlich für jede Altersgruppe eine Bereicherung. Anhand von speziellen Geräten lassen sich hier im Freien gezielte Übungen durchführen, um die Muskulatur und den Gleichgewichtssinn zu stärken.

Stürze, die nicht selten Verletzungen zur Folge haben, sind ein großes Problem, dem sich auf diese Weise entgegenwirken ließe. Auf Informationstafeln würde die korrekte Ausführung der Einheiten mit Text und Bild anschaulich vorgestellt werden — eventuell ergänzt von der Einweisung durch geschulte Trainer.

Sinnvoll wäre eine feste Anlaufstelle, an die sich Senioren mit ihren Fragen, Anregungen und Bitten wenden könnten. Um eine Begegnungsstätte für regelmäßige Veranstaltungen möchte sich der Beirat ebenfalls bemühen.

Einen Überblick über alle Stellen, die für ältere Menschen von Bedeutung sind, bietet in Heftform und als pdf-Datei der Seniorenwegweiser für Neunkirchen. Hier steht eine intensive Überarbeitung an.

Insgesamt kommt es dem Beirat darauf an, Senioren ohne Zwang zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu bewegen und hierfür durch ein einheitliches und mit den verschiedenen Einrichtungen abgestimmtes

Konzept die Voraussetzungen zu schaffen. Zentral ist dabei die enge Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung im Rathaus. 

SCOTT JOHNSTON

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