24°

Freitag, 20.07.2018

|

"Etz langt's": Franken protestieren gegen US-Fluglärm

Demonstranten aus den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch in Berlin - 10.11.2016 16:33 Uhr

Mit Hubschrauberlärm haben Demonstranten aus den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch vor der US-Botschaft in Berlin gegen die Militär-Übungsflüge über ihren Häusern protestiert. © Boris-André Meyer


Es ist eine feine Adresse: Pariser Platz 2, gleich neben dem Brandenburger Tor ist die Einfahrt zur Botschaft der Vereinigten Staaten. Dort bauten die Demontranten aus den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch ihre Lautsprecher auf, aus denen entsetzlicher Krach tönte. Anwohner hatten einfach das Mikrofon aus dem Fenster gehalten, als die US-Armee wieder einmal mit ihren Kampfhubschraubern im Anflug war. Etliche Passanten hielten sich demonstrativ die Ohren zu. "Stopp US-Air-Terror" und "Bad Windsheim, einziges Heilbad mit garantiertem US-Fluglärm", so stand es auf den Transparenten.

Bilderstrecke zum Thema

"Saber Junction 16": Luftlandeübung in Hohenfels

Der Himmel über Hohenfels hing voller Fallschirmjäger: Rund 1000 übten das Erobern eines Flugfeldes.


Was die Demonstranten und etliche weitere Anwohner in den betroffenen Landkreisen umtreibt: Die US-Armee will ihre Truppen in Katterbach und Illesheim auf 3000 Soldaten verdreifachen. Die Zahl der Hubschrauber soll von 60 auf immerhin 150 wachsen.

US-Piloten fliegen auch nachts über Wohngebiete

Eigentlich ist mit den Standortkommandeuren vereinbart, dass Übungsflüge nicht über bewohntem Gebiet stattfinden sollen. Aber daran halten sich die Piloten nicht, sagt Boris-André Meyer von der Initiative "Etz langt’s", die das lautstarke Spektakel vor der US-Botschaft bei den Berliner Behörden angemeldet hatte.

Neben Abgeordneten und lokalen Politikern sammelt derweil eine Ansbacher Initiative Unterschriften, um Bundeskanzlerin Angela Merkel ihr Anliegen deutlich zu machen. "Aufrüstung stoppen", so heißt das Ziel. Dabei geht es den Initiatoren vor allem darum, dass die Zahl der Flüge begrenzt wird - auch zeitlich: Denn die Soldaten üben auch nachts nach 22 Uhr noch mit ihren Kampfhubschraubern über den Ortschaften. Am liebsten wäre den Betroffenen der Abzug der Truppen, weil die Region nur Nachteile durch die Soldaten hat, nicht einmal der Einzelhandel profitiere. Schon im Sommer hatte die Bürgerinitiative deshalb in Ansbach gegen Fluglärm protestiert.

Bilderstrecke zum Thema

"American Way of Life": Volksfest der US-Armee in Grafenwöhr

Die US-Armee in Grafenwöhr ist stolz auf ihr Volksfest: Jedes Jahr strömen 100.000 Besucher zu dem dreitägigen Spektakel in der Oberpfalz. Dort ist man um keinen Vergleich verlegen: "Das Oktoberfest in München mag größer sein, mit unserem Konzept kann die Wiesn aber nicht mithalten", sagen die Verantwortlichen. Wir haben die Bilder.


 

Lorenz Bomhard

10

10 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim, Neustadt/Aisch, Ansbach