Mittwoch, 21.11.2018

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Fahrgastverband nimmt Franken-Thüringen-Express auseinander

"Auswege aus dem Schlamassel" - 05.09.2013 08:25 Uhr

Für den Fahrgastverband Pro Bahn gibt es teilweise zu wenig Sitzplätze im Franken-Thüringen-Express (Nürnberg–Bamberg–Würzburg, Sonneberg und Jena). © Deutsche Bahn


33 Seiten umfasst die Studie, an der Lukas Iffländer und seine Kollegen von Pro Bahn in Bayern in den vergangenen drei Monaten gearbeitet haben. Iffländer kennt die Probleme mit dem Franken-Thüringen-Express nur zu gut: Er pendelt selbst mehrmals die Woche von Erlangen nach Würzburg. Neben unbequemen Sitzen wird auch die häufig zu geringe Passagierkapazität in einigen Zügen bemängelt. So heißt es in dem Papier, dass es durch „das teilweise drastisch reduzierte Platzangebot“ zu „deutlichen Überfüllungen“ in der Hauptverkehrszeit komme. Am stärksten sei der Abschnitt Nürnberg-Fürth-Erlangen betroffen. Hier führe das reduzierte Sitz- und Stehplatzangebot dazu, dass in der Hauptverkehrszeit Fahrgäste in Fürth zurückgelassen werden müssten.

Auch stört sich der Verband an den zu niedrig montierten Mülleimern an den Fensterplätzen. Durch die geringe Höhe stoße sich der Fahrgast die Knie daran. Zudem wird die Anzahl der Gepäckablagen kritisiert, die deutlich abgenommen habe: Dies führe dazu, dass kleine Gepäckstücke auf dem Schoß transportiert werden müssen, heißt es in der Studie. „Dies schränkt den Reisekomfort stark ein.“

Das Papier hat Pro Bahn unter anderem schriftlich an die Deutsche Bahn, an den Vorstand des Verkehrsausschusses und an die Bayerische Eisenbahngesellschaft geschickt, die für den Freistaat den Schienenpersonennahverkehr plant und bestellt.

Die Studie ist aber auch online verfügbar. Der Verband übt sich in dem Schriftstück aber nicht nur in Kritik, sondern zeigt auch „Auswege aus dem Schlamassel“ auf. So ließe sich etwa das Problem mit den Mülleimern kurzfristig lösen, erklärte Iffländer, stellvertretender Vorsitzender von Pro Bahn in Bayern, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dies sei heuer auch in Nordrhein-Westfalen im Rhein-Sieg-Express geschehen.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte die Bahn, dass die Studie eingegangen ist – allerdings erst am Dienstag. Daher könne man noch keine Aussagen darüber treffen. Man werde sich mit der Studie aber „intensiv auseinandersetzen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Pro Bahn hofft, dass sich die aufgezeigten Probleme durch weitsichtige Planungen bei den Ausschreibungen in Zukunft vermeiden lassen.

Im Internet ist die Studie zu finden unter: www.pro-bahn.de/mittel-oberfranken/pdf/FTX.pdf
  

Christiane Fritz

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