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Bekommt Neunkirchen einen neuen "Wohnpark"?

Wegweisende Gemeinderatssitzung drehte sich um ehemaliges Hemmerlein-Areal - 28.07.2017 10:00 Uhr

Das alte Betonwerk Hemmerlein, auf dem der neue Wohnpark Neunkirchen entstehen soll. Damit verschwindet eine Bauruine aus Neunkirchen. © Karl Heinz Wirth


Auf dem rund drei Hektar großen Areal sind hundert Prozent der Fläche versiegelt“, erklärte Daniela Bock vom Planungsbüro Grosser-Seeger. Davon entfallen auf Gebäudeflächen 12.500 Quadratmeter mit 66.000 Kubikmetern umbauten Raum. Die Flächen befinden sich in Privatbesitz, wovon ein bebauter Teil vermietet und noch genutzt wird. Mit der Entmüllung des Geländes wurde zwischenzeitlich begonnen.

„Als Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin begleiten wir Kommunen und Investoren mit dem Schwerpunkt Wohnungsbau im gesamten Planungs- und Bauprozess“, erläuterte Bock. „Dazu ermitteln wir, was auf dem Gelände so kreucht und fleucht, und ob es Tiere und schützenswerte Pflanzen gibt.“ Damit das Projekt sicher auf den Weg gebracht werden könne, müssten die Rahmenbedingungen erfüllt werden. „Das heißt, wir prüfen das Baurecht und die Umweltverträglichkeit, wie Verkehrs-, Gewerbe- und Freizeitlärm und stellen die Ergebnisse dem Bauherrn zur Verfügung.“ Robert Hartmann vom Ingenieursbüro CDM Smith erklärt die Baureifmachung der Fläche. „Erkenntnisse zu Altlasten und Auffälligkeiten konnten nicht festgestellt werden“, betont er – denn punktuell wurden Abscheider, Tankstelle und Werkstätten als nutzungsspezifische Verdachtsflächen besonders begutachtet. So wird nun mit dem Flächenrecycling und dem Gebäuderückbau begonnen. Aus diesem Grund darf das Areal ohne Genehmigung nicht mehr betreten werden.

Eine Bauruine weniger

Knut Hüppauff erläuterte erste Ideen zur künftigen Bebauung im „Wohnpark Neunkirchen“: „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum für junge Familien schaffen.“ Geplant ist eine Mischbebauung in der auch für Menschen mit niedrigem Einkommen Wohnraum angeboten wird. Ziel sei es, so Hüppauff, barrierefrei und energieeffizient zu bauen. Dazu werden Kellerersatzräume ebenerdig erstellt. Alles soll in enger Zusammenarbeit und Zustimmung mit der Gemeinde Neunkirchen erfolgen. Der Markt Neunkirchen werde, sollten die Räte dem Vorhaben mit Einreichung des Bauantrags zustimmen, an Attraktivität zunehmen und eine Bauruine weniger haben, so Hüppauff.

Danach ging es um andere Themen: So hat sich die Wasserwacht Neunkirchen in der Freibadsaison 2017 wieder bereit erklärt, die Badeaufsicht und Sanitätsdient zu übernehmen. Die Marktgemeinderäte fassten einstimmig den Beschluss, wie im Vorjahr, für den Aufsichtsdienst 9,50 Euro und den Bereitschaftsdienst 4,50 Euro pro Stunde zu vergüten. Die Pauschalsteuer wird vom Markt Neunkirchen übernommen.

Die Ausschreibung und Leistungsbeschreibung für das integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) stand als nächstes auf der Tagesordnung. Die Verwaltung hatte dazu einen Sachbericht mit Leistungsbeschreibung ausgearbeitet. Bettina Wittmann (Grüne) forderte, man solle den ÖPNV, Fahrradwege und Pendlerverkehr als wichtigen Punkt auf Seite zwei setzen und alle Ortsteile benennen. Bürgermeister Richter erwiderte, auch im Namen seiner Amtskollegen, dass der ÖPNV Kreisangelegenheit sei. Für Martin Walz (CSU) war der Zeitplan „sehr eng getaktet“ – im Hinblick auf die Ferienzeit.

Der Dritte Bürgermeister Andreas Pfister erklärte dazu: „Der Zeitplan ist so vorgegeben und der Gemeinderat gibt nur die Grundthemen vor, damit die Planungsbüros eine Vorgabe haben für die Abgabe ihrer Angebote.“ Ziel sei es, die Bürger im Rahmen der Bürgerbeteiligung einzubeziehen, „das ist wichtig und gewollt. Wir wollen Bürger von Betroffenen zu Beteiligten machen“. Nach eingehender Diskussion nahmen die Gemeinderäte den Sachbericht der Verwaltung und die Leistungsbeschreibung zur Kenntnis und beschlossen einstimmig ein ISEK auszuschreiben.

Die Verwaltung wurde beauftragt, im Herbst 2017 einen Vergabebeschluss vorzulegen. Weiter beschlossen die Räte, für die Raumerweiterung im Kindergarten Ermreuth 20.000 Euro außerplanmäßig bereitzustellen.

  

Karl Heinz Wirth

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