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Eggolsheim: Gestank von "leicht bis ekelhaft"

Die Biogasanlage in Eggolsheim: Betreiber steht Bürgern Rede und Antwort - 02.02.2018 06:57 Uhr

„Seit vier Jahren ist es einfach nicht mehr auszuhalten, die Lebensqualität leidet erheblich, die Immobilien sind wertgemindert, ein Horror!“, sagt Franz Lehnert von der Bürgerinitiative mit Blick auf die umstrittene Biogasanlage bei Eggolsheim. © Roland Huber


Bürgermeister Claus Schwarzmann (Bürgerbund) hatte den Termin anberaumt, nachdem ihm der frühere Geschäftsleiter der Gemeinde Franz Lehnert im November vergangenen Jahres 260 Unterschriften übergeben hatte.

Bei seiner Begrüßung vermisste Schwarzmann Vertreter der Genehmigungsbehörde vom Landratsamt, unterstrich aber, dass eine "Befriedung der Problematik" auch seitens des Landratsamts positiv angesehen werde. Die Geruchsbelästigungen betreffend sei 2017 im Vergleich zu 2016 ein sehr schlechtes Jahr gewesen, bestätigte Schwarzmann die von der BI minutengenau erfassten Geruchsbelastungen des letzten Halbjahrs: an 82 Tagen von leicht bis ekelhaft, so Franz Lehnert.

Nur teilweise abgearbeitet

Vom "Mitgesellschafter" Stadtwerke Forchheim erklärte Geschäftsführer Reinhold Müller, er habe Ende 2017 – als das Thema in der Presse hochkochte – wegen eines Personalwechsels kaum eingreifen können, am 5. Dezember aber bereits ein Gespräch mit Landrat Hermann Ulm geführt. In diesem sei zugesagt worden, die Verantwortung zur regenerativen Energiegewinnung immer ernst- und wahrzunehmen. Vor Ort stellte Müller den bisherigen Abteilungsleiter Christian Sponsel vor: Der Versorgungsingenieur wird ab April die Funktion des Technischen Geschäftsführers der Stadtwerke übernehmen, er soll die Knackpunkte beim Thema Biogasanlage aufspüren und in den Griff kriegen. Hier erinnerte Schwarzmann, dass Vorgaben aus einem Maßnahmenkatalog der Gemeinde (wie etwa die Eingrünung der Anlage) nur teilweise abgearbeitet seien.

Am Anfang seiner Schilderungen sagte Lehnert den Betreibern: "Zukünftig bitte keinerlei Unterstellungen mehr wie, sie wüssten nicht wie eine Biogasanlage riecht oder stinkt." Bis zur Genehmigung und Inbetriebnahme 2011 habe es in Eggolsheim keinerlei Geruchsprobleme gegeben. "Aber seit vier Jahren ist es einfach nicht mehr auszuhalten, die Lebensqualität leidet erheblich, die Immobilien sind wertgemindert, ein Horror." Vom bisher Verantwortlichen Wolfgang Geuss – Vorstandsvorsitzender der beteiligten Erlanger Stadtwerke – sei Lehnert immer gesagt worden, man arbeite ganz sauber.

"Aber bei Erkundigungen in geruchsfreien Anlagen in Donauwörth, Ebensfeld oder Willersdorf haben mir Fachleute immer wieder gesagt, die arbeiten in Eggolsheim nicht sauber", so Lehnert. Die Ursache der Gerüche vermutet er in den komplett aufgedeckten Mieten. "Wir lassen uns das nicht mehr gefallen, Herr Müller" machte Lehnert deutlich. "Das verstehe ich, wir wollen heute ein Signal geben, dass wir was machen", entgegnete Müller mit Dank für den sachlichen Vortrag.

Weniger Gras

Einen Ansatz zur Geruchsminderung sah Bürgermeister Schwarzmann in der verminderten Belieferung mit Gras, weil Gras einen stärkeren Geruch als Mais entwickelt. Bereits angewiesen hat Christian Sponsel die Betreiberfirma Schmack, bei der Rohstoffeinbringung dem Gras immer eine Maisdecke aufzulegen.

Zur Zusage von Sponsel für zweimonatliche Treffen kündigte Claus Schwarzmann in der anschließenden Sitzung die Gründung eines Arbeitskreises an, dem neben Markträten die BI-Vertreter Franz Lehnert, Hermine Endt und Christian Wallach angehören werden. 

MARQUARD OCH

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