Montag, 10.12.2018

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"Eine Chance für Forchheim und ganz Franken"

Bayerns neuer Umweltminister kommt aus Pinzberg — Thorsten Glauber hält sich zum neuen Amt noch bedeckt - 05.11.2018 18:56 Uhr

Daumen hoch: Kurz nach der Landtagswahl stellte sich Thorsten Glauber zusammen mit seinen beiden Neffen Yannik (links) und Julian Reichhold dem Fotografen. © Foto: Glauber


In Glaubers Heimatgemeinde Pinzberg gab es gestern kein anderes Thema als den künftigen Posten für den Sohn des einstigen Landrates. Ein Minister mit Wurzeln in Pinzberg, das erfülle ihn schon mit Stolz, sagte denn auch Bürgermeister Reinhardt Seeber. Er wünschte Glauber für seine neue Aufgabe "eine glückliche Hand". Es werden viele Jahre harte Arbeit auf seinen Gemeinderatskollegen zukommen, vermutet Seeber. Aber das werde der Freie Wähler-Politiker schon meistern. Jedenfalls war Seeber sich sicher, dass Glauber seine Heimat nicht vergessen werde. "Wenn er sein Amt einmal angetreten hat, dann werden wir ein Gespräch führen", sagte er und fügte mit einem Schmunzeln an: "Vitamin B schadet ja nur, wenn man es nicht hat."

Ähnlich sah es auch Sebastian Körber, der selbst für die FDP in den Landtag eingezogen ist. Es sei schön für die Region Forchheim, ein Mitglied im Kabinett zu haben, sagte er. "Da kann man bestimmt noch etwas mehr herausholen für die Stadt und den Landkreis, was Zuschüsse oder Fördermittel angeht." Für Körber war es fast klar, dass Thorsten Glauber heißer Kandidat für ein Ministeramt ist. Mit 25,2 Prozent der Erststimmen erzielte Glauber als Direktkandidat sogar mehr als der prominente Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger in seinem Wahlkreis. Außerdem sei er Teil des Verhandlungsteams für die Koalition aus CSU und Freien Wählern gewesen.

Dass er die neue Aufgabe meistern werde, davon war Sebastian Körber überzeugt. "Als Architekt ist man ja in der Lage, sich in vieles hineinzuarbeiten." Außerdem sei Glauber als Sprecher für den Bereich Bauen, Energie und Wirtschaft in der Vergangenheit immer wieder mit Umweltthemen in Berührung gekommen.

Auch der CSU-Landttagsabgeordnete Michael Hofmann war sich sicher, dass sich Glauber gut in sein Ministeramt einarbeiten werde. "Als Politiker muss man immer flexibel sein", sagte er und verwies auf seine eigene Arbeit. Wenn die Menschen aus seinem Wahlkreis der Schuh drücke, wenden sie sich an ihn, egal um welche Themen es gehe.

Erste Forderungen

Die Bevölkerung habe mit dem Wahlergebnis den Wunsch nach einer Koalition ausgedrückt, sagte Hofmann. In den Freien Wählern habe die CSU den passenden Partner gefunden. "Dass nun ein Freie-Wähler-Politiker aus Oberfranken Minister wird, ist mir lieber, als wenn er aus einem anderen Teil Bayerns kommen würde." Die Grüne-Politikerin Lisa Badum, die seit etwas mehr als einem Jahr den Landkreis im Bundestag vertritt, sah den neuen Posten Glaubers in einer Pressemitteilung als "eine Chance für Forchheim und ganz Franken" und als eine Chance für einen starken bayerischen Umwelt- und Klimaschutz. Doch mahnte sie, dass eine große Verantwortung aus dieser Position erwachse. Sie forderte Glauber auf, sich für den Landkreis Forchheim einzusetzen und die Ostspange durch das Untere Wiesenttal zu verhindern.

"Für den Landkreis Forchheim ist es natürlich ein großer Gewinn mit Thorsten Glauber einen Vertreter aus unserem Landkreis im neuen bayerischen Kabinett zu haben", meinte Landrat Hermann Ulm (CSU) in seinem Statement, das er unter Vorbehalt von Glaubers erwarteter Ernennung abgab. "Als Vorsitzender des Naturparks Fränkische Schweiz – Frankenjura und Vorstand des Bayerischen Naturparkverbandes habe ich gerade mit dem Umweltministerium viele Berührungspunkte. Thorsten, herzlichen Glückwunsch, alles Gute und viel Erfolg!"

Weder bestätigen noch dementieren wollte Glauber bereits am Sonntag in einem Telefonat mit unserer Redaktion seine Ernennung zum bayerischen Umweltminister. Über das Personal werde am Montag entschieden, meinte der Pinzberger MdL. Bis Redaktionsschluss war Glauber trotz mehrfacher Anrufe nicht zu erreichen. 

JANA SCHNEEBERG UND BIRGIT HERRNLEBEN

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