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Forchheim: Bundestagskandidaten reden übers Klima

"Wir geben volle Tube": Energiewende und Klimaschutz im Mittelpunkt - 27.08.2017 08:00 Uhr

Beteiligten sich an der Diskussion zum Klimaschutz (von links): Manfred Miosga, Andreas Schwarz, Eva Bulling-Schröter, Lisa Badum, Daniela Saiko, Sebastian Körber und Moderator Alexander Buchele. © Jana Röckelein


Hoch her ging es bei der Podiumsdiskussion zum Thema Klimaveränderungen und Energiewende in Oberfranken. Politiker diskutierten unter anderem über Ökostrom und Klimagesetze. Alexander Buchele, Geschäftsführer des Energie Campus Nürnberg moderierte. Manfred Miosga, Professor für Stadt- und Landentwicklung an der Universität Bayreuth, sprach über Klimaerwärmung und bezog klar Stellung: Klimaschutz sei eine politische Aufgabe. „Wenn Sie mit dem Auto in eine scharfe Kurve fahren, dann gehen Sie doch auch vom Gas herunter. Wir aber geben bei der Klimaerwärmung gerade nochmal volle Tube“, sagt er.

Aber durch welche konkreten Maßnahmen könne die Klimaerwärmung abgewendet werden, fragt Buchele die Kandidaten. Andreas Schwarz (SPD) argumentiert, Deutschland müsse als Vorbild vorangehen. Im Land selbst müsse globaler gedacht werden und das Konsumverhalten der Bürger müsse sich verändern. Eva Bulling-Schröter (Die Linke) sieht das ähnlich. Einzelne Länder hätten Verpflichtungen, die eingehalten werden müssten. Gerade Trumps Ausstieg aus dem Klimavertrag sei ein Rückschlag gewesen. Deshalb müsse Deutschland vorangehen. „Wenn Deutschland das schafft, schaffen andere das auch“, erklärt sie und fährt fort, „Die Klimavereinbarung des G20-Gipfels ist nicht sanktionsfähig. Wenn jemand sich nicht daran hält, passiert auch nichts. Deshalb brauchen wir ein Klimaschutzgesetz.“

Ökostrom und CO2-Steuer

Wie steht es mit der Angst vor dem Klimawandel in Deutschland? „Viele Menschen haben Angst vor dem Klimawandel“, meint Lisa Badum (Bündnis 90/Die Grünen), „aber sie tun nichts dagegen.“ Badum möchte den Kohleausstieg schaffen und eine CO2-Steuer einführen, das bedeutet, Ökostrom solle günstiger sein als Atom- und Kohlestrom. „Wir müssen als Bundestag vorangehen und erst handeln, bevor wir Menschen Vorwürfe machen“, fasst sie zusammen.

Zum Thema Mobilität äußert sich Sebastian Körber (FDP): Elektroautos wären schon sinnvoll, aber so ein Auto könne sich ja auch nicht jeder leisten. „Klimaschutz ist ja schön und gut, aber wer soll das denn alles bezahlen?“, fragt er. Es müsse für den Bürger bezahlbar bleiben. Bulling-Schröter hingegen argumentiert, Klimaschutz koste nun einmal etwas. Außerdem müssten die Leute, die energetisch sanieren möchten, weiter finanziell unterstützt werden. Dem stimmt auch Daniela Saiko (FW) zu: „Eine Verhaltensänderung der Menschen ist nur durch einen Anreiz zu gewinnen“. Badum ergänzt: „Die Stromwende war bereits eine Erfolgsgeschichte. Wir sollten mehr auf erneuerbare Energien setzen, denn Fakt ist: Sonne und Wind schicken keine Rechnung.“

Nach mehr als zweistündiger Diskussion konnten die Besucher eigene Fragen stellen, die sie vorher auf Karteikarten aufgeschrieben hatten. Aus zeitlichen Gründen konnten jedoch nicht alle Fragen beantwortet werden. 

Jana Röckelein

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