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Freitag, 20.04.2018

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Forchheim feiert seinen neuen Schach-Großmeister

Über die Anfänge des Léon Mons beim SC bis zum Eintrag ins Goldene Buch - 11.04.2018 14:39 Uhr

Léon Mons (rechts) in Denkerpose beim Fürther Pyramiden-Cup 2015. © Archivfoto: Udo Güldner


Seine Karriere, sie startete, da war Léon Mons gerade mal sieben Jahre alt. Beim damaligen Vereinsvorsitzenden Udo Güldner lernte der heute 22-Jährige seine taktischen Züge auf dem Spielbrett. Noch heute kümmert sich Güldner mit anderen Vereinsaktiven um die Nachwuchsspieler beim Schachclub (SC) Forchheim und zeigt den jüngsten Denksportlern, was auf 64 quadratischen Feldern möglich ist.

Lust auf neue Probleme

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Im April 2018 steigt der Forchheimer Léon Mons in den erlauchten Kreis der Schach-Großmeister auf. Die Karriere des 22-Jährigen im Rückblick.


Was für Mons danach folgte, liest sich in der Rückschau als rasanter Aufstieg in die Sphären des Denksports, ist aber das Resultat von Training, Taktik, Training und Taktik. Auch heute, 15 Jahre später, bildet das die Grundlage des Erfolgs. "In jedem Spiel kommt man an einem Punkt an, an dem ich Probleme lösen muss, die ich vorher noch nicht hatte", sagt er.

Mit jeder neuen Partie und jedem neuen Spielmuster verbessern sich die eigenen Züge, verrät der Forchheimer. Jedes Spiel endet nicht alleine in der Kategorie Sieg oder Niederlage, sondern ist immer auch ein Training, das Mons ein Stück weiterbringt. Nun ist er auf einem neuen Level und seiner Jugendzeit längst entwachsen. Vorbei ist auch seine Lehrzeit bei SC-Großmeister Michael Prusikin.

Klar ist er stolz darauf, sich auf Lebenszeit bald Großmeister nennen zu können. Und erst recht ist es der Forchheimer Schachclub und die Stadt Forchheim, die die Verleihung des Titels mit einem Eintrag in das Goldene Buch am 24. April zusammen mit Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) feiert. Die Laudatio hält sein langjähriger Trainer Prusikin.

Einer der höchsten Titel

Großmeister ist neben dem Weltmeistertitel der höchste Titel im Schach. Tragen durften diesen seit dem Jahr 1950 bisher rund 1600 Personen weltweit. In Deutschland schmücken sich 91 Spieler damit. Verliehen wird er vom Weltschachbund Fide. Im April tagt der Verband erneut und ernennt dann Mons. Zwei konkrete Kriterien musste Mons erfüllen, um sich den Titel zu holen: Die magische Grenze der 2500, die sogenannte Elo-Zahl, mit der die Spielstärke im internationalen Vergleich gemessen wird, musste er überschreiten.

Doch "großes Geld lässt sich damit nicht verdienen." In Erlangen steht Mons mit seiner Masterarbeit kurz vor dem Abschluss seines Mathematik-Studiums. Danach könne er sich vorstellen, an der Universität und in der Welt der Zahlen zu bleiben. Mathematik sei in einem Punkt dem Sport zumindest sehr ähnlich. 

Patrick Schroll Redakteur Nordbayerische Nachrichten Forchheim E-Mail

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