Dienstag, 11.12.2018

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Forchheim: Lösung für das VfB-Gelände in Sicht

Jahresversammlung: Vorsitzender Franz Stumpf erhält umfassende Vollmacht - 25.11.2013 18:00 Uhr

OB Franz Stumpf wurde als VfB-Vorsitzender wiedergewählt und hat nun die Vollmacht über die Zukunft des Sportgeländes zu verhandeln. © Braun


Stumpf erklärte die verspätete Ansetzung der Jahresversammlung mit Verzögerungen beim Rechtsstreit mit der Sozialversicherung. Es geht dabei um die so genannte Schelsky-Affäre, in die die Handball-Abteilung verwickelt war (wir berichteten). Hier sei man nunmehr auf die Zielgerade eingebogen. Probleme bereiten dem Verein weiterhin der drastische Mitgliederschwund. Die Fußballer seien das Rückgrat des Vereins gewesen, so Stumpf. Dieser habe sehr unter der Schelsky-Affäre gelitten.

Der VfB werde jedoch bestehen bleiben und sich künftig vornehmlich auf Hallensportarten konzentrieren. Der Schuldenstand konnte unter 100000 Euro gesenkt werden, werde künftig aber, aufgrund zurückgehender Mitgliedsbeiträge, langsam voranschreiten.

Die Ausführungen von Kassier Walter Mirschberger führten zu kritischen Rückfragen. In den vergangenen beiden Jahren wurden 20000 Schulden getilgt. Das werde künftig nicht mehr möglich sein. Der Verein hatte Ende 2012 noch 574 Mitglieder, Ende des laufenden Jahres werden es aber unter 500 sein. Vor wenigen Jahren noch zählte der Verein alleine über 700 Jugendliche zu seinen Mitgliedern, viele von ihnen bei den Fußballern und Handballern.

Die Frage einiger Mitglieder der Fußballabteilung, — passive Mitglieder gibt es hier noch — ob ihnen ein Budget zustehen würde, musste Mirschberger verneinen. Ohne Teilnahme am Spielbetrieb seien keine Zuweisungen vom Hauptverein möglich. Die Frage, wie es denn mit der Schuldentilgung weiter gehen würde, wenn die Fußballer sich komplett vom VfB verabschieden würden, traf Mirschberger erkennbar völlig unvorbereitet. Seine Antwort nach kurzem Überlegen: „Das wäre wirklich sehr schade.“ Die Fußballer erklärten nach der Jahresversammlung in einem kurzen Gespräch mit den Nordbayerischen Nachrichten, dass ein kompletter Austritt derzeit kein Thema sei. Die Enttäuschung über die Vorgänge in der Vergangenheit (wir berichteten mehrfach) sitze jedoch noch sehr tief. Dies war auch an der lang anhaltenden Diskussion über die Verwendung der Einnahmen aus den Pachtverträgen, insbesondere des Vereinsheims zu erkennen. Die Rechnungsprüfer Heinz Endres und Georg Roth bescheinigten dem Kassier eine korrekte Arbeitsweise.

Bei der Entlastung des Vorstandes enthielten sich acht von 36 anwesenden Mitgliedern der Stimme (alle aus der Fußballabteilung). Die mit Spannung erwartende Abstimmung über die Erteilung einer Vollmacht an den Vorsitzenden Franz Stumpf zur Aufnahme von Verhandlungen über die Zukunft des Vereinsgeländes ging reibungslos über die Bühne. Die Zustimmung wurde einstimmig erteilt. Stumpf erklärte den NN gegenüber, dass er alle Optionen parallel verfolgen werde, „wir müssen aber auch abwarten, wie es beim Jahn weiter geht. In einem halben Jahr wolle man soweit sein, zu wissen, wohin die Reise gehe.

Die Neuwahlen führten, bei Enthaltungen aus der Fußballabteilung, zur Bestätigung des vorgeschlagenen Gremiums. Der Vorstand des VfB Forchheim besteht in der nächsten Wahlperiode aus folgenden Personen: Franz Stumpf (1. Vorsitzender), Gerhard Honeck (2. Vorsitzender), Peter Lenkl (3. Vorsitzender, bisheriger Beisitzer), Walter Mirschberger (Kassier), Walter Nemetschek (Schriftführer) sowie den Beisitzern Ulrike Ponacker, Astrid Alt, Rüdiger Hecht, Birgit Block sowie Gerd und Marc Closmann.



Bei der Aussprache wurde unter anderem über die Einführung eines Mitgliedsausweises und über die Honorierung von Betreuern ohne Übungsleiterschein diskutiert. Kritik musste sich der Vorstand für verpasste Ehrungen langjähriger Mitglieder gefallen lassen. Stumpf versprach, diese nachzuholen. Für Spannung sorgte die abschließende Frage, wie es denn mit der Fußball- und Handballabteilung weiter gehe. Stumpf erklärte dazu, dass die beiden Abteilungen — ohne Teilnahme am Spielbetrieb — bestehen bleiben. „Ich bin daher für den Erhalt der Spielstätte. Wir hatten so eine Situation vor Jahren auch schon einmal bei den Judoka.“ 

STEFAN BRAUN

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