Dienstag, 11.12.2018

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Michael Lane: Aus dem Krieg auf die Showbühne

Dorfhauser liegt bei Castingshow „The Voice of Germany“ gut im Rennen — Für die USA im Irak - 22.11.2012 12:00 Uhr

Starker Auftritt: Michael Lane (Mitte) und Sandra Amerie mit Coach Xavier Naidoo. © SAT.1/ProSieben/Richard Hübner


Nena oder Xavier Naidoo? Michael Lane ist auf dem Weg zu den Blind Auditions, der ersten Stufe der Castingshow „The Voice of Germany“. Noch immer weiß er nicht, für welchen der beiden Stars er sich entscheiden soll, noch immer ist er unsicher, wer ihm künftig mit Lob, Tipps, aber auch Kritik zur Seite stehen soll. „Dann“, erinnert sich Michael, „kam im Radio plötzlich ,Dieser Weg‘ von Xavier Naidoo. Da dachte ich mir: Das muss Schicksal sein.“

Einige Wochen ist das nun her, noch immer meint es das Schicksal gut mit Michael Lane. Mit dem Song „Lego House“ von Ed Sheeran überzeugte er die Jury bei den „Blind Auditions“, die deshalb so heißen, weil Nena, Xavier Naidoo, das Duo Boss Hoss und Rea Garvey von Reamonn mit dem Rücken zu den Kandidaten sitzen – und sich so allein auf deren Stimmen konzentrieren können. In Runde zwei sang Michael gemeinsam mit seiner Duettpartnerin Sandra Amerie aus Berlin „Everybody hurts“ von R.E.M. Gesangs-Coach Xavier Naidoo war beeindruckt: „Man muss es wagen, verletzt zu singen und zu klingen.“ Naidoo schickte Michael Lane in die Live-Shows – und Sandra nach Hause.

Mit sechs Jahren ausgewandert

Im Weißenoher Ortsteil Dorfhaus lebt Michael Lane seit einem dreiviertel Jahr, nun endlich will er „für immer“ bleiben, wie er unserer Zeitung erzählt. „Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen an meine Kindheit in Dorfhaus.“ Mit sechs Jahren verlässt Michael mit seiner Mutter den Landkreis gen USA. In Green Bay, Wisconsin, finden sie ein neues Zuhause.

Nach der High School heuert Michael bei der Armee an. Als Mechaniker für die Black-Hawk-Kampfhubschrauber muss er für eineinhalb Jahre in den Irak-Krieg. Nach den Erfahrungen dort und später in Afghanistan ist für Michael klar: „Mit der Army wollte ich nichts mehr zu tun haben.“

„Nie Zuhause gefühlt“

Dorfhaus sieht Michael in diesen Jahren nur in den Ferien. 2012 kehrt er schließlich zurück. „In Amerika hab ich mich nie Zuhause gefühlt, es hat mir immer irgendwas gefehlt“, sagt Michael. Seine Frau, von der er mittlerweile getrennt ist, und sein dreijähriger Sohn Gabriel leben noch immer in den Vereinigten Staaten.

In Gräfenberg macht Michael Anfang des Jahres zunächst ein Praktikum im SeniVita-Seniorenhaus, später arbeitet er als Altenpfleger in der Parkwohnanlage für Senioren in Uttenreuth.

Im Moment konzentriert er sich aber völlig auf „The Voice of Germany“. Viel Zeit nimmt die Show in Anspruch, auch heute stehen wieder haufenweise Interviews an. „Ein Kumpel, der wusste, dass ich gerne singe, hat mir von ,The Voice of Germany‘ erzählt und gefragt: Darf ich dich anmelden?“, erinnert sich Michael, der schon in der Jugend Songs von Queen, Michael Jackson und Pink Floyd sang.

Am Freitag tritt Michael im Duell gegen einen anderen Xavier-Naidoo-Schützling an. Gegen wen, darf er noch nicht verraten. Singen jedenfalls will er „Seven Days“ von Craig David. Ob Michael Lane unter den verbliebenen rund 60 Kandidaten weiterkommt, haben die Coaches und vor allem die Zuschauer in der Hand. „Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, sagt Michael. Wie weit er bei „The Voice of Germany“ kommt? „Ich lass‘ das Schicksal entscheiden.“

„The Voice of Germany“ läuft heute (Pro Sieben) und morgen (Sat.1) um 20.15 Uhr. Michael Lane tritt in der Show am Freitag auf. 

VON MANUEL KUGLER

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