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OB spricht mit Arno Hamburger

Franz Stumpf reagiert auf Kritik an Plänen für das ehemalige Synagogen-Grundstück - 03.08.2012 18:19 Uhr

Arno Hamburger, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg.

Arno Hamburger, Vorsitzender der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. © Ralf Rödel


Bislang vertrat Franz Stumpf die Linie, durch seine Doppelfunktion als OB und Eigentümer des Grundstücks, versuche er sich aus der Angelegenheit herauszuhalten, doch die kritischen Stimmen der vergangenen Tage hätten ihm keine andere Wahl gelassen, so das Stadtoberhaupt. Er griff zum Telefonhörer. Am Ende des Gesprächs mit Hamburger stand die Einsicht: „Das hätte ich wahrscheinlich machen sollen, bevor ich den Antrag gestellt habe.“

Falls der OB im Vorfeld befürchtet haben sollte, das Gespräch werde seinen privaten Plänen schaden, wurde er eines Besseren belehrt. Hamburger habe betont, er persönlich habe nichts dagegen, wenn auf dem ehemaligen Synagogen-Standort ein Wohnhaus gebaut würde. „Er hat sogar abgeraten, dort ein Hinweisschild anzubringen.“

Auf Nachfrage der NN, betont Arno Hamburger: „Ich bedauere zutiefst, dass die Synagoge nicht mehr steht.“ Was die Zukunft des Grundstücks betrifft, ist der 89-Jährige Realist und nennt Beispiele aus Nürnberg: Am ehemaligen Synagogen-Standort am Hans-Sachs-Platz stehe nun ein Wohnhaus, in der Essenwein-Straße eine Tankstelle. Auf dem Platz der Frauenkirche habe ebenfalls eine Synagoge gestanden. An der Kirche und in der Nähe der anderen Standorte gebe es jeweils Gedenk-Hinweise. Das sei, so habe ihn Stumpf informiert, auch in Forchheim der Fall.

Hamburger billigt deshalb Stumpf das Recht zu, auf seinem Privatgrundstück ein Wohnhaus zu bauen und sich dagegen zu entscheiden, einen Park mit Gedenkstätte zu ermöglichen.

Andererseits begrüßt er aber auch, dass sich die Bürger nun stark machen für ein würdevolles Gedenken an die jüdische Kultur in Forchheim.

Für Franz Stumpf ist die Sache damit erledigt, sind die Kritiker widerlegt. Er sieht sich im Recht: „Ich will das Grundstück herrichten.“ Ein Verkauf an die Stadt steht nicht zur Debatte, schon allein wegen der Stellplätze. Und wegen des Wohnhauses, das er für die eigenen Kinder plant. 

BEKE MAISCH

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