Dienstag, 13.11.2018

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Pautzfeld: "Gmaacafé" füllt Gemeindehaus mit Leben

Pautzfelder pflegen genussvoll ihr Kaffeekränzchen - 01.05.2018 16:00 Uhr

Noch ein Tässchen Kaffee? Das "Gmaacafé" im renovierten Pautzfelder Gemeindehaus erfreut sich großer Beliebtheit. Der Kuchen ist hausgebacken, das Stück kostet 1,50 Euro. © Roland Huber


„Ganz schön ruhig heute“, meint Gertrud Klement lächelnd, während sie einen weiteren Teller mit Krapfen belädt und schnellen Schrittes aus der Küche zu ihren Gästen hinüberläuft. Ein Hauch Puderzucker bleibt in der Luft hängen, genauso wie die Frage: Wie viel muss dann erst an anderen Tagen los sein?

Denn im Café-Raum des Gemeindehauses, in dem heute zum dritten Mal das „Gmaacafé“ stattfindet, warten zirka 20 Gäste auf ihre Bestellungen. Heute haben sie die Auswahl zwischen Krapfen, Schoko-, Erdbeer- oder Käsekuchen. Der Duft nach Kaffee verstärkt den Eindruck eines gemütlichen Kaffeehauses. Dabei handelt es sich um die Räume des in diesem Jahr wiedereröffneten Gemeindezentrums, das die Pautzfelder und verschiedene lokale Vereine nun regelmäßig für unterschiedliche Anlässe nutzen.

Im Rahmen der Dorferneuerung, die seit 2013 im Gange ist, fiel die Entscheidung gegen den Abriss des aus dem Jahr 1633 stammenden Gebäudes. Stattdessen wurde es in den letzten vier Jahren rundum erneuert – unter einer Voraussetzung: „Unser damaliger Bürgermeister Heribert Weber wünschte sich von den ortsansässigen Vereinen, das Haus mit Leben zu füllen“, so Franz Klement, Vorsitzender des KAB Pautzfeld-Schlammersdorf-Trailsdorf zum Nutzungskonzept des Gemeindehauses.

Wie es scheint, geht dieser Wunsch in Erfüllung. Klement und seine Frau setzten die Idee, alle 14 Tage ein Gemeindecafé im „Gmaahaus“ anzubieten, sofort in die Tat um. So wird nun von fleißigen Pautzfelder Hobbybäckern und -bäckerinnen jeden Donnerstag bis 14.30 Uhr eine ordentliche Menge Gebäck produziert. Zum Genießen sind sowohl Bewohner als auch Gäste eingeladen. Ein Stück Kuchen kostet 1,50 Euro und die Tasse Kaffee genau soviel. Der Erlös kommt der KAB und der Gemeinde zu Gute.

Im gut besuchten Caféraum fällt vor allem eines auf: Auch wenn die Einladung zum gemeinsamen Kaffeekränzchen für jeden gilt, sitzen hier vor allem Seniorinnen, die ihren Kuchen und ein nettes Gespräch genießen. Nachdem das einzige Gasthaus des Ortes geschlossen hat, sind sie nun dankbar für diese neue Möglichkeit.

„Da kommt man mal raus aus dem Alltagsallerlei“, erklärt Roswitha Nagengast, die gemeinsam mit sechs anderen Pautzfelderinnen um einen der Kaffeetische sitzt. Sie alle sind Mitglieder des „Stammtischs junggebliebener Frauen“, wie ein liebevoll bemaltes Schild auf der Tischplatte verrät. Dieser sei direkt zu Beginn des Gemeindecafés entstanden, „aus einer Sektlaune heraus“, wie Roswitha Nagengast lachend erläutert.

Auch ein Männerfrühstück und ein allgemeiner Stammtisch für Ortsansässige etablieren sich allmählich im zentral liegenden Gemeindehaus. Außerdem können sich die Cafébesucher zudem auf den künftigen Außenbereich freuen. Im Zuge der Dorferneuerung wird derzeit am Ausbau der angrenzenden Festscheune gearbeitet, die später für sommerliche Anlässe genutzt werden kann. So herrscht bald nicht nur im Gemeindezentrum Leben, sondern auch drum herum. 

Kirsten Wirsching

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