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Altes Gemäuer in neuem Glanz

Die Stadt prämiert auch heuer wieder vorbildlich renovierte Altbaufassaden - 02.11.2014 11:00 Uhr

Die ehemalige Gewerbeschule Blumenstraße 22 © Winckler


Der Bauausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung auf fünf Objekte verständigt. Die Hauseigentümer erhalten jeweils 3000 Euro. Das ist, gemessen am tatsächlichen Aufwand, zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, soll aber Ansporn zur Nachahmung sein. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die verloren gegangene Bausubstanz im Bereich der Neuen Mitte setzt die Stadt damit zugleich ein Zeichen, dass sie großen Wert auf ihr altes Gemäuer legt. Hier die ausgezeichneten Objekte:

und das Gründerzeithaus Marienstraße 38 sind wieder zum Blickfang geworden. Die Stadt prämierte die als gelungen eingestuften Renovierungen mit jeweils 3000 Euro. Der Preis soll Hausbesitzer zur Nachahmung anregen. © Hans-Joachim Winckler


Zur Aufwertung des Bahnhof-Umfeldes hat die Generalsanierung des 138 Jahre alten Mietshauses Gebhardtstraße 13 beigetragen. Im Erdgeschoss war einst die „Restauration zur Güterhalle“ mit prächtigen Stuckdecken angesiedelt, im zweiten Stock wurde 1896 der Fürther Philosoph Hermann Glockner geboren, dessen Schaffen im Stadtarchiv im Schloss Burgfarrnbach ein eigener Raum, das Glocknerzimmer, gewidmet ist. Sein 1970, neun Jahre vor seinem Tod, veröffentlichtes „Bilderbuch meiner Jugend“ illustriert das Leben in Fürth um die Jahrhundertwende.

Als Gewerbeschule 1862 / 63 errichtet, beherbergte das markante Eckgebäude Blumenstraße 22 / Hallemannstraße von 1879 bis 1933 das Fürther Landgericht, später die Volkshochschule und das städtische Gesundheitsamt. Der Seitenflügel in der Blumenstraße ist im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und nicht mehr im Original wiederaufgebaut worden, sondern deutlich schlichter.

Dem Verfall entrissen wurde durch umfangreiche Sanierung auch das 129 Jahre alte Gründerzeithaus Marienstraße 38. Zwar wurden die Fenster laut städtischer Beurteilung nicht durch denkmalgerechte Modelle ersetzt, doch die Renovierung an prominenter Stelle im Stadtbild sei dennoch ein Gewinn. Die Auszeichnung ist als Sonderpreis deklariert – mit der Hoffnung, dass doch noch historische Fenster ergänzt werden.

Einen Blickfang in der westlichen Innenstadt bildet auch das 131 Jahre alte Sandsteinhaus Ottostraße 3. Es knüpft an das bereits sanierte Eckhaus Ottostraße 1 vis-à-vis dem Stadtmuseum im alten Ottoschulhaus an. Die aufwändige Sanierung hat das Erscheinungsbild des Ensembles weiter aufpoliert. Komplettiert wird das ausgezeichnete Quintett durch ein weiteres Eckhaus: die 132 Jahre alten Mathildenstraße 40. Die stark verschmutzte Fassade wurde prächtig herausgeputzt. Auch die Fenster sind denkmalgerecht erneuert worden. Insgesamt wird das Werk als vorbildlich eingestuft. Die ehemals benachbarte Zichorienfabrik Georg Josef Scheuer ist schon abgebrochen worden.

Gefördert wird aber noch ein weiteres Sanierungsobjekt – wenn auch nicht mit einer städtischen Prämie. Die Generalsanierung des historischen Gasthauses Helmstraße 5 soll mit 108 200 Euro aus dem Programm „Soziale Stadt“ bezuschusst werden. Die bereits beschlossene Zuwendung erhöht sich demnach um 38 300 Euro. Das wiederum hat seinen Grund in der Kostensteigerung der Gesamtmaßnahme von 1,2 auf 1,6 Millionen Euro. 

Volker Dittmar

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