Dienstag, 26.03.2019

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Am Herd lernen sich Fürther kennen

Kino, Kultur, Kochen: Veranstaltungsreihe "für(th)einander" will Kontakte erleichtern - 12.12.2018 21:00 Uhr

„Der Tonfall ist rauer geworden“: Mit der Reihe „für(th)einander“ reagieren darauf (v. li.) Irene Höllrigl, Lisa Miller, Tamara Morro, Christian Ilg und Andrea Baumann. © Foto: Rempe


"Der Tonfall ist rauer geworden, wenn es um die Themen Flucht und Migration geht." Eine Beobachtung, sagt Lisa Miller von der Flüchtlingshilfe des evangelischen Dekanats Fürth, die bereits Anfang des Jahres im Mittelpunkt einer der Besprechungen stand, zu denen sich Mitarbeiter von Caritas, Freiwilligenzentrum und Dekanat regelmäßig treffen. "Wir haben überlegt, wie wir im Rahmen unserer Kooperation in der Flüchtlingshilfe darauf reagieren können, und es war schnell deutlich, dass wir dafür werben wollen, offen aufeinander zuzugehen."

Die gemeinsame Initiative trägt den einprägsamen Titel "für(th)einander", los ging es bereits im Oktober. Bis ins Frühjahr 2019 sind eine ganze Reihe von Veranstaltungen geplant. Dazu gehören Kochkurse, Buch- und Kunstaktionen. Gemeinsam ist den Veranstaltungen, dass sie Chancen eröffnen, einander kennenzulernen und in Kontakt zu kommen.

Das kann zum Beispiel beim gemeinsamen Tun am Herd gelingen, wie Irene Höllrigl und Tamara Morro von der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas erklären. "Köche aus dem Irak oder aus Äthiopien stellen ein Gericht aus der arabischen oder afrikanischen Kultur vor und jeweils zehn Hobbyköche erfahren dann alles über die Zubereitung."

"Wir möchten natürlich möglichst viele Menschen erreichen", macht Andrea Baumann von der Flüchtlingshilfe des Freiwilligenzentrums klar. Eine Filmreihe im Babylon-Kino in der Nürnberger Straße im Rahmen von "für(th)einander" spielt dabei eine wichtige Rolle. Kino-Chef Christian Ilg weiß: "Inzwischen ist der Schwerpunkt Flucht in vielen ausgezeichneten Dokumentationen umgesetzt worden."

Die Menschen hinter der Statistik

Als nächstes auf dem Programm steht am Mittwoch, 12. Dezember, um 19 Uhr, "Exodus – der weite Weg", eine deutsch-brasilianische Produktion aus dem vergangenen Jahr, die von den Geschichten hinter den Statistiken berichten. Regie führte Hank Levine, der fünf Geflüchtete aus vier Erdteilen über einen Zeitraum von zwei Jahren begleitete. Gedreht wurde unter anderem im Süd-Sudan, in Kenia, Haiti, Brasilien, Algerien, Kuba und Deutschland. Im Anschluss an die Vorführung gibt es die Möglichkeit, mit Experten zu diskutieren.

In den nächsten Monaten folgen die Filme "Iuventa" (9. Januar, 19 Uhr), "Rückkehr nach Afghanistan" (13. Februar, 19 Uhr) und "Neuland" (13. März, 19 Uhr).

Mit den Reaktionen auf die ersten "für(th)einander"-Veranstaltungen sind die Organisatoren zufrieden: "Schon beim Auftakt haben sich Menschen mit ganz unterschiedlicher Herkunft und zudem aus allen Altersgruppen getroffen – ein richtiger Fürther Querschnitt." 

Sabine Rempe

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