Ausgezeichnet! Kirchenzelt rockte Musikfestival

2.2.2019, 21:00 Uhr
Ausgezeichnet! Kirchenzelt rockte Musikfestival

© Foto: Michael Wolf

Seit dem Jahr 2012 geht das Elektro-Festival "Open Beatz" jeden Sommer nahe Puschendorf über die Bühne und lockt regelmäßig rund 20 000 junge Leute an den Poppenhofer Weiher. Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich um das größte Open-Air-Festival für elektronische Musik in ganz Süddeutschland.

Im vergangenen Jahr wurde auf dem Festivalgelände zum ersten Mal OpenChurch angeboten. Pfarrer Michael Wolf vom Amt für Gemeindedienst (Nürnberg) und sein Team waren auf den Veranstalter zugegangen, dieser sagte prompt zu und stellte dem Team eine Zeltkirche mit graphisch gestalteter Steinfassade zur Verfügung. "Das sah aus wie eine alte Wehrkirche, wir fanden uns zwischen Campingplatz und einer Shisha-Bar wieder", berichtet Wolf.

Im Angebot hatten Pfarrer Wolf und sein rund 20-köpfiges Team aus Ehrenamtlichen unter anderem eine Handy-Ladestation, Fußwaschungen, eine Fotobox und Paar-Segnungen. Es gab einen Altar und eine Gebetsecke, in der man Kerzen anzünden oder auf Zetteln Gebetswünsche aufschreiben konnte.

Insgesamt besuchten rund 1000 Musikfans die OpenChurch. "Da gab es zum Teil sehr gute, und tiefgründige Gespräche", berichtet Wolf. Oft wurde er ungläubig gefragt: "Ihr würdet mir jetzt echt die Füße waschen?" Und schon war man beim Thema Jesus, der Menschen nach biblischer Überlieferung auch die Füße gewaschen hat.

Segen für Paare

Auch die Paar-Segnungen kamen bei den Festival-Gästen gut an. Etwa 300 Menschen ließen sich den Segen geben. "Wir wollten den Leuten zeigen, dass die Kirche ihnen nicht fern ist, sondern unter die Menschen geht, wie Jesus es damals getan hat. Außerdem sollten sie sehen, dass die Kirche nicht nur eine verstaubte, langweilige Institution ist. Wir Christen sind normale Menschen, mit denen man gut reden kann", schreibt Jennifer Broska, die Tochter von Pfarrer Broska, im Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Puschendorf.

Die Helfer, darunter auch Theologie-Studenten und -Studentinnen, Auszubildende und Vikare konnten die Infrastruktur des nahegelegenen Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde nutzen, dort duschen, zur Ruhe kommen und einfach ausspannen.

"In meinen drei Tagen dort habe ich viele gute Gespräche geführt, interessante und liebenswerte Menschen getroffen und oft gehört, dass es ziemlich cool ist, dass wir hier sind", sagt Jennifer Broska. "Ich weiß zwar nicht, ob wir die Herzen der Menschen verändern konnten, aber wir haben die frohe Botschaft von Gott verkündet und Samen in die Herzen der Menschen gesät. Wer weiß, was Gott daraus noch machen kann."

Den Kontakt zum Veranstalter des Festivals hatte Pfarrer Wolf hergestellt, nachdem er beim Metal-Festival "Summer Breeze" in Dinkelsbühl schon seit vier Jahren mit der Zeltkirche gute Erfahrungen gesammelt hatte.

Die Kirche könne auf diese Weise junge Menschen niederschwellig erreichen. Mit der Einschätzung dürfte er recht haben: Seinem Team liegen bereits Anfragen von anderen Musikfestivals vor.

Der Kirchenvorstand Puschendorf hatte die Idee der OpenChurch vorab begrüßt. Auch die Bilanz fällt positiv aus: "Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen", berichtet Pfarrer Markus Broska. Das Preisgeld von 1000 Euro wird zu 100 Prozent in das Projekt OpenChurch fließen. Denn auch 2019 soll es das Angebot geben. Neben dem Preisgeld erhielt das Team auch ein professionelles Video seiner Arbeit.

Open Beatz steigt in Puschendorf wieder vom 18. bis 21. Juli. Mehr unter www.openbeatz.de

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