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Berliner Firma baut Fürther Einkaufszentrum

Stadtrat gab dem Berliner Unternehmen den Zuschlag für das Projekt im Zentrum - 27.07.2011 22:00 Uhr

Geschafft: Für die Flächen links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße hat die Stadt einen Investor gefunden.

Geschafft: Für die Flächen links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße hat die Stadt einen Investor gefunden. © Hans-Joachim Winckler


Damit folgte der Stadtrat der Empfehlung der Stadtspitze, aus deren Punktevergabe nach einem vorher festgelegten Kriterienkatalog MIB als Sieger hervorgegangen war. Auch der Projektbeirat, der den Wettbewerb in den letzten Monaten begleitete, hatte sich auf MIB festgelegt.

Das Unternehmen soll nun ab dem nächsten Jahr ein attraktives Einzelhandelsangebot auf den brachliegenden Wölfel-, Fiedler- und Park-Hotel-Arealen schaffen. In das Projekt mit seinen rund 12000 Quadratmetern Verkaufsfläche werden geschätzte 50 Millionen Euro fließen; entsprechend den Vorgaben der Stadt sind größtenteils Geschäfte aus dem Bekleidungssektor vorgesehen, der bisher in der City stark unterrepräsentiert ist.

Aus den Stellungnahmen der beiden großen Fraktionen im Stadtrat wurde ersichtlich: Alle drei um das Projekt konkurrierende Investoren — neben MIB die Unternehmen ATP/Ten Brinke (Holland) und Fondara (München) — hatten ihre Vorzüge, doch unter dem Strich konnte der Entwurf von MIB die meisten Pluspunkte verbuchen.

Zugutegehalten habe man der Firma ihr „offenes Konzept“, so SPD-Fraktionschef Sepp Körbl. Dadurch werde „der Rest der Innenstadt nicht abgehängt“, bestehenden Läden eröffne sich die Möglichkeit, „vom zusätzlichen Leben zu profitieren“.

Sowohl Körbl als auch CSU-Sprecher Tobias Wagner gaben jedoch zu verstehen, dass sie auf gewisse Nachbesserungen hoffen. Körbl hob insbesondere auf das Thema Stellplätze ab, denn das MIB-Konzept sieht für Kunden keinerlei Parkmöglichkeiten vor. Das entsprechende Angebot im Umfeld, etwa auf der Freiheit und im Parkhaus Friedrichstraße, hält man für ausreichend.

Zweifel daran wurden deutlich, der fraktionslose Siegfried Tiefel formulierte sie am schärfsten: Ein Center ohne Parkplätze ist in seinen Augen „nicht attraktiv für Mieter und Kunden und damit nicht wirtschaftlich“. Er hätte deshalb — ebenso wie Heidi Lau (FW) und Claus-Uwe Richter (Rep) — lieber die Firma Fondara zum Zug kommen lassen, die eine Tiefgarage mit 480 Stellplätzen unter der Freiheit vorschlug.

„Absolut glücklich“ mit der Wahl von MIB zeigte sich hingegen Harald Riedel (Grüne). Richtschnur sei „die Stärkung des vorhandenen Einzelhandels“ gewesen, argumentiert er, und MIB habe diesbezüglich die deutlich besten Karten gehabt. Das Fondara-Konzept hätte nach Ansicht der Grünen eher das Gegenteil bewirkt: „Die wollten die Kunden in ihrem Center halten“, glaubt Riedel.

Nun gilt es für die Stadt, die Vereinbarungen in die Form eines Vertrags zu gießen, der dann im Herbst vom Stadtrat abgesegnet werden muss. Ebenfalls im Herbst geht ein Architektur-Wettbewerb über die Bühne, den MIB auf Geheiß der Stadt ausloben muss. Erwünscht sind Vorschläge für die Gestaltung der Neubaufassaden anstelle von Fiedler-Haus und Park-Hotel, die beide abgerissen werden.

Am Donnerstag, 4. August, präsentieren Stadt und Investor MIB dessen Konzept ab 19.30 Uhr in einer Informationsveranstaltung im Saal der Ludwig-Erhard-Schule, Theresienstraße 15.

 

 

 

 



 

WOLFGANG HÄNDEL

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