Dienstag, 20.11.2018

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Brummis aus Fürth

In Herboldshof werden Trucks für Werbetouren entwickelt - 10.03.2011 16:00 Uhr

Ein Whirlpool auf der Dachterrasse und im Heck eine Garage für den Sportwagen: Der Sattelanhänger „sports+spa“ und die Zugmaschine Futuria sind der Stolz der Fürther Firma Most Mobile Specials. © Mark Johnston


Die Sonne scheint, aber für ein Bad im Whirlpool ist es eindeutig zu kalt. Dabei wäre es sicherlich ein Erlebnis, sich auf dem Dach eines Lastwagens im Sprudelbecken zu aalen. Gebaut hat den Sattelanhänger die Firma Most Mobile Specials aus Fürth. Geschäftsführer Günter Hofbauer ist denn auch stolz wie Oskar. „Wir stehen hier auf der weltweit ersten Dachterrasse mit integriertem Whirlpool“, sagt er.

Das ist nicht die einzige Besonderheit des Sattelanhängers namens „sports+spa“. In seinem Inneren verfügt er über eine Luxuslounge, eine Schlafkoje – und eine Garage für einen Sportwagen. Gezogen wird der Anhänger von einem Truck, der ebenfalls von Most entwickelt wurde. Dessen Markenname Futuria ist vor allem beim Design Programm. „Der Truck“, sagt Hofbauer, „ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte.“

Diese begann im Jahr 1989. 2007 zog man dann von Nürnberg in den Fürther Vorort Herboldshof. Inzwischen zählt sich Most zu den Marktführern in der „Herstellung und Vermietung von Spezialfahrzeugen für mobile Marketingaktionen“. Zu den Kunden gehören Branchengrößen wie adidas, Microsoft, Nike und BMW. Sie können bei Most Sattelzüge mieten, aber auch kaufen oder leasen, um mit ihnen als mobile Bühne, Schulungs- oder Ausstellungsraum auf Tour zu gehen.

Je nach Wunsch gestalten dann die Most-Mitarbeiter das Äußere der Sattelzüge in den Farben und mit dem Logo des Kunden und passen das Innere den Bedürfnissen des Auftraggebers an. Unlängst habe beispielsweise der Badhersteller Ideal Standard zwei Trucks bestellt, um mit diesen seine Fachhändler zu besuchen und ihnen die neuesten Produkte vorzustellen. „Also haben wir die Trucks in Schauräume mit mehreren Badezimmern verwandelt“, erklärt Hofbauer. „Bei uns ist nichts von der Stange, sondern alles individuell.“

Suche nach neuem Standort

Die Herstellung von eigenen Sattelanhängern beginnt bei der Karosserie. „Die Rahmen der Fahrzeuge oder gar die Motoren können wir natürlich nicht selber bauen“, so der Geschäftsführer. Hier arbeite man mit der Firma Iveco zusammen.

Wichtig sei, dass sich die fertigen Fahrzeuge mit wenigen Handgriffen und von nur einer Person in einen Schauraum oder eine Bühne verwandeln lassen. Auf Wunsch bietet das Unternehmen auch die komplette Organisation einer sogenannten Roadshow an, nebst Terminabsprachen. Zu diesem Zweck bilde Most eigens Eventmanager aus. Am Stammsitz Fürth beschäftigt die Firma 30 Angestellte. Daneben unterhält man zwei weitere, reine Produktionsstandorte in Werdau und Sprendlingen. Alles in allem hat Hofbauer etwa 84 Frauen und Männer in seinen Diensten. Tendenz steigend. So soll sich die Zahl der Mitarbeiter, die in Fürth für Vertrieb und Auftragssteuerung zuständig sind, in den kommenden zwei Jahren verdoppeln.

Schon jetzt sei absehbar, dass die Produktions- und Lagerfläche in Herboldshof bald nicht mehr ausreichen wird. Hofbauer denkt daher über eine Erweiterung oder einen Umzug nach. Dass dieser nicht über die Stadtgrenze hinweg erfolgt, dafür will Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung sorgen, der sich unlängst durch die Firmenräume führen ließ. Er versprach, mögliche Ausweichquartiere in der Nähe anzubieten. 

JOHANNES ALLES

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