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City-Center: Käufer beruhigt die Skeptiker

Trotz Verzögerung sieht Investor TKN keinerlei Hindernisse für die Modernisierung des Einkaufstempels - 02.03.2011 11:00 Uhr

Auf dem Weg nach oben: Miro Vorbauer will das Center im „mittel- bis hochpreisigen Bereich“ positionieren. © Winckler


Wer einen raschen Motivationsschub benötigt, ist bei Miro Vorbauer an der richtigen Stelle. Der Chef des Immobilienunternehmens TKN in Grünwald bei München schafft es in einem 20-minütigen Telefonat, Bedenken aller Art galant vom Tisch zu wischen — und dabei auch noch überzeugend zu wirken. Das will angesichts der pannenbefrachteten Vorgeschichte des Fürther City-Centers, die reichlich Raum für Skepsis lässt, etwas heißen.

Vorbauer also versicherte auf FN-Anfrage, alles sei in bester Ordnung, die unerwartete Verzögerung werde noch im März ein Ende haben. Wie berichtet, sollte der Kaufvertrag zwischen TKN und den 351 Besitzern des angeschlagenen Centers eigentlich bis Ende Januar unterzeichnet werden; laut Vorbauer haben neue juristische Tücken dies jedoch zunächst verhindert.

Das Problem: Weil Eigentümer, die bereits Ende 2009 ihre Vollmacht für den Verkauf ihrer Anteile gegeben hatten, zwischenzeitlich verstorben sind, müssen die Erben neue Vollmachten unterzeichnen. In einigen Fällen habe man es nun aber mit Minderjährigen zu tun, deshalb sei das besonders diffizil, so Vorbauer. Das Vormundschaftsgericht müsse bemüht und das ohnehin dicke Vertragswerk vom Notar allein deshalb um einige Seiten ergänzt werden — und dergleichen koste eben Zeit.

Im Übrigen aber seien alle Hausaufgaben gemacht, auch die Finanzierung für Kauf (20 Millionen Euro) und Umbau des Einkaufstempels (rund 50 Millionen Euro) stehe; demnächst werde TKN den Partner präsentieren. Inzwischen habe man die „telefonbuchstarke technische und rechtliche Bestandsaufnahme“ der komplexen Immobilie abgeschlossen. „Noch kein Interessent vor uns ist da so tief eingestiegen, wir kennen das Haus inzwischen besser als die Eigentümer“, sagt Vorbauer.

Start im Herbst

Der Architekt sei „in ständigen Gesprächen mit der Stadt Fürth“, die Bauvoranfrage der TKN habe ergeben, dass den Umbauten nichts im Wege stehe. Nächster Schritt ist laut Vorbauer der Bauantrag, nach dessen Genehmigung könne man Aufträge vergeben. Der Startschuss indes wird, etwas später als gewünscht, wohl erst im Herbst möglich sein. Dem zum Trotz bleibt der 38-Jährige zuversichtlich, dass man das City-Center noch „im späten Frühjahr“ 2012 wiedereröffnen kann.

Der TKN–Chef geht davon aus, dass schon zum Zeitpunkt des Baubeginns „80 bis 90 Prozent“ der derzeit 26000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorvermietet sein werden, denn die Nachfrage sei nach wie vor enorm. Und Vorbauer will klotzen, nicht kleckern. Er strebe einen Ladenmix im „mittel- bis hochpreisigen Bereich“ an, was im Umkehrschluss hieße: Für vorhandene Billiganbieter wäre im Center dann kein Platz mehr.



Mit großer Freude, betont Vorbauer, verfolge er zudem die positive Entwicklung in Sachen Einkaufsschwerpunkt an der Rudolf-Breitscheid-Straße, den er — obwohl nur einen Steinwurf vom City-Center entfernt — keineswegs als Konkurrenz sieht. Im Gegenteil: TKN stehe in „sehr engem Kontakt“ mit dem dafür zuständigen städtischen Wirtschaftsreferenten Horst Müller, man spreche sich hinsichtlich des Angebots in den Einzelhandelskomplexen ab.

„Die Stadt muss insgesamt aus dem Märchenschlaf wachgeküsst werden“, meint Vorbauer. Es sei nicht nur so, dass die Fürther City beide Projekte vertragen könne; angesichts der derzeit mehr als mäßigen Einkaufssituation „braucht sie vielmehr beide Angebote dringend“, meint der Mann aus Grünwald. 

WOLFGANG HÄNDEL

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