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Donnerstag, 20.09.2018

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Dämmen mit Hanf: Oberasbacher Betrieb war Vorreiter

Bei Rabattschlachten macht der Handwerksbetrieb Baydemir Stuck nicht mit - 06.08.2018 16:00 Uhr

Setzten nach eigenen Angaben als Erste in Deutschland Hanf zur Dämmung ein: Geschäftsführer Murat Baydemir (rechts) und Stuckateurmeister Mustafa Baydemir (links) erklären Landrat Matthias Dießl die Vorzüge des ökologisch verträglichen Materials. © Foto: Sebastian Zelada


2014 hatte Geschäftsführer Murat Baydemir erstmals von der Entwicklung eines neuen, hanfbasierten Dämmsystems erfahren und es gleich in sein Angebot aufgenommen. "Wir versuchen, immer innovativ zu sein", sagt er über seinen damals noch ungewöhnlichen Vorstoß. Von der Konkurrenz wolle sich die Baydemir Stuck GmbH & Co. KG durch Qualität abheben, man verzichte dafür auch mal auf einen Auftrag, so der Firmenchef. Auf Rabattschlachten mit Konkurrenten lasse er sich nicht ein.

Mit Innovationen punkten

Die Stabilität des Familienunternehmens und damit die berufliche Sicherheit der aktuell knapp 26 Mitarbeiter stünden über der Gewinnmaximierung, sagt Baydemir. "Lieber mache ich weniger Umsatz", bringt der Firmenchef seine Philosophie auf den Punkt. Der Fokus auf Qualität zahlt sich aus: Seit über zwei Jahrzehnten besteht das Unternehmen, das auch Ausbildungsbetrieb im Stuckateurhandwerk sowie für Maler und Lackierer ist.

"Unsere Handwerksbetriebe sind eine Säule der regionalen Wirtschaft und punkten immer wieder mit Innovationen", lobte Landrat Matthias Dießl nun bei einer Besichtigung des Betriebs. "Darüber hinaus sind die Handwerksfirmen wichtige Arbeitgeber, die zu der niedrigen Arbeitslosenquote im Landkreis erheblich beitragen."

Für umfangreichere Projekte holt sich die Firma aus Oberasbach Spezialisten mit ins Boot. Alle Arbeitsmaterialien ordert sie "just in time", so dass möglichst wenig Überschuss bleibt. Auch überregional ist Baydemir Stuck aktiv, in der Vergangenheit übernahm man unter anderem Großprojekte in Berlin, Dresden und München.

Doch für Murat Baydemir steht fest: "Oberasbach ist der ideale Standort für uns. Wir fühlen uns hier extrem wohl und sind hier auch extrem erfolgreich." Die Metropolregion böte ein so großes Auftragsvolumen und -potenzial, dass Baydemir Stuck bei dessen konsequenter Nutzung sogar an die Grenzen käme.

Nachfolge geregelt

Auch die Nachfolge in dem Oberasbacher Familienbetrieb ist bereits geregelt: Stuckateurmeister Mustafa Baydemir, der einer der Besten seines Prüfungsjahrgangs war, wird zusammen mit dem Maler- und Lackierermeister sowie zertifizierten Energieberater Hakan Baydemir derzeit in die Unternehmensleitung eingearbeitet.

Beide haben bereits leitende Aufgaben inne und bekommen von Mustafa Baydemir viel Verantwortung: "Sie haben sich beide prächtig entwickelt und sollen auch ihre eigenen Entscheidungen treffen. Sie sollen es nicht machen, wie ich es machen würde, sondern so, wie sie es für richtig erachten", erklärt der scheidende Firmenchef. 

Sebastian Zelada Ocampo

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